Lehr- und Lernformen

Kinder arbeiten im Lernbüro
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„… um die Schule noch einmal grundsätzlich neu zu denken.“

Die Max-Brauer-Schule in Hamburg war eine der ersten Gesamtschulen in Deutschland, die die Fächer- und Zeitstruktur grundlegend veränderten. Noch bevor die PISA-Ergebnisse die Leistung deutscher Schulen in Frage stellten, hatten die Lehrerinnen und Lehrer viele Reformvorhaben verwirklicht. Ein Gespräch mit Barbara Riekmann, der ehemaligen Schulleiterin der Max-Brauer-Schule.
Eltern machen mit
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Eltern machen mit

Fahrradwerkstatt, Theaterspielen, Werken und individuelle Lernzeiten begleiten - Möglichkeiten, um Eltern am Ganztagschulleben zu beteiligen gibt es viele. Mit einigem Engagement kann man Eltern in die Schule locken und deren Potential nutzen. Beteiligte Eltern machen Ganztagsschule zu einem Lebensort.
Individualisieren: Gewusst wie!
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Individualisieren: Gewusst wie!

Allen Kindern gerecht zu werden, ist der Anspruch von Individualisierung. Für Lehrerinnen und Lehrer kann dieser Anspruch zu einem Synonym für Überforderung werden. Entsprechenden Unterricht vorzubereiten ist angesichts der Fülle der Möglichkeiten des individualisierenden Lernens herausfordernd geworden. Die Vielfalt der Modelle ist fast schon verwirrend. Ganztagsschulen begeben sich daher auf die Suche nach systemischen Ansätzen und geeigneten Instrumenten.
Reflexive Potentiale entfalten
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Reflexive Potenziale entfalten

Individualisierendes Lernen braucht anregende Lernumgebungen. Dies umzusetzen, ist mit den Bildungsstandards stärker in den Fokus gerückt. Das Ziel, Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, ist geläufiger geworden. Das hat zur Folge, dass traditionelle Rollenkonzepte ergänzt und in den Schulalltag eingeflochten werden. Ganztagsschulen unterstützen dabei, die Anforderungen von Inklusion und Integration besser umzusetzen.
Lernen neu denken
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Lernen neu denken

Wie kann das Lernen von Schülerinnen und Schüler gelingen? Ganztägiges Lernen verwirklicht sich zu meist durch individualisierendes Lernen. Gute Ganztagsschulen haben konkrete Vorstellungen davon, wie sie ihren Unterricht entwickeln und damit Entwicklungsprozesse, aber vor allem Lernen begleiten. Der einfachste Einstieg in eine individualisierende Unterrichtspraxis ist das Entwickeln oder Nutzen zieldifferenzierenden Lernmaterials und eine darauf ausgerichtete Lernumgebung. Zieldifferenz bedeutet, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler das gleiche Lernen, um den Bildungsanforderungen gerecht zu werden.
Sechs Jugendliche freuen sich
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Schülerprojekte zum Thema Flucht

Vielen Schülerinnnen und Schülern in Ganztagssschulen reicht es nicht, die Kinder und Jugendlichen der Willkommensklassen nur auf dem Schulhof zu treffen. Sie wollen sie näher kennenlernen, sich für sie engagieren und Verantwortung für das Gelingen ihrer Integration übernehmen. So entstehen Projektideen, die sich oft mit einfachen Mitteln umsetzen lassen. "Das macht Schule" unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, mehr Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Gemeinsinn zu entwickeln.
Kind rechnet an Tafel
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Studie: Ganztagsschulen bieten oft kostenlose Nachhilfe

Für viele Kinder und Jugendliche gehört Nachhilfeunterricht zum Alltag. Dass sich die Eltern das viel Geld kosten lassen, ist bekannt. Wie viel, das hat die Bertelsmann-Stiftung nun auf Basis einer repräsentativen Elternbefragung berechnet. Jährlich werden fast 900 Millionen Euro dafür aufgewendet. In vielen Schulen gibt es jedoch auch kostenlose Angebote – besonders viele davon in Ganztagsschulen.
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Anders Lernen in der Ganztagsschule

Digitale Medien sind mittlerweile Leitmedien. Sind diese Teil der Lernumgebung verändern sich Lernprozesse. Austausch und Eigenständigkeit werden gefördert. Zum einen in der privaten Lebenswelt und zum anderen im Unterricht. Stationenlernen, Projektlernen, Lernen in individualisierten Lernarrangements beruht in vielen Fällen auf erweiterte Lernumgebungen. Schulen verstehen es immer besser die Potentiale digitaler Medien zu nutzen und für selbstbestimmtes und kooperatives Lernen einzubinden.
 Auftrag: Individualisierung
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Individualisierung

Der PISA-Schock hat zu einem neuen Lernverständnis geführt. Lernen wird verstärkt als Konstruktion von Wissen verstanden und hat an vielen Orten zu einer Veränderung des Unterrichts geführt. Selbstverantwortung und Selbstbestimmung von Schülerinnen und Schülern gelten als Prinzipien, damit Lernen in Eigenverantwortung gelingt. Da Lernen jedoch immer im sozialen und kulturellen Kontext geschieht, bleiben Beziehungen für die Gestaltung des Unterrichts elementar.