Lernende Schule

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Lernkultur, Schulkultur, Lebensweltorientierung und Öffnung von Schule stehen in enger Beziehung zueinander. Verändert man nur ein Rädchen im System, werden sich viele weitere automatisch mitbewegen. Häufig verlaufen Veränderungsprozesse zeitversetzt, mal bewegen sie sich auch parallel zueinander – immer verhalten sie sich jedoch dynamisch. Somit ist nur eine Schulgemeinschaft, die sich als lernendes und sich ständig verändernde Organisation begreift, überhaupt in der Lage, systematische Schulentwicklung zu betreiben. Dieses Selbstverständnis ist die Grundvoraussetzung allen möglichen Wandels.

Schulentwicklungsprozesse durchlaufen mehrere Phasen – von der Idee bis zur Evaluation. Sie bedürfen einer guten inner- und außerschulischen Koordination, bei der der Schulleitung sowie dem gesamten Schulmanagement eine zentrale Rolle zukommt. Gemeinsam im Schulteam eine Vision zu entwickeln steht am Beginn einer jeden Veränderung. Um sie Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es die Bereitschaft und den Wunsch zu lernen durch Fort-und Weiterbildungen oder auch in Netzwerken. Diese Form des „Voneinander-Lernens“ hat sich für Schulentwicklungsprozesse als besonders fruchtbar herausgestellt. Sie ermöglichen die Reflexion eigener Veränderungsvorhaben sowohl im Schulteam und gemeinsam mit Netzwerkpartnern von außen.

Die Unterthemen im Überblick:

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Ideen durchdenken - Ziele vereinbaren

Die Beteiligten der schulischen Netzwerke haben sich für einen ersten Austausch im brandenburgischen Liebenwalde getroffen. Insgesamt haben sich im September 2010 sechs Netzwerke gegründet. Die Schulen haben dabei die Gelegenheit genutzt, um sich gegenseitig kennen zu lernen und sich auf die gemeinsame Arbeit vorzubereiten. Ideen eigene Vorhaben wurden gesucht und diskutiert.
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„Eine Klasse voller Asse“

Der Vorschlag zu dem Projekt „Ganztagsklasse am HWG“ kam 2008 aus dem Kollegium. Fast einstimmig beauftragte die Gesamtkonferenz des über 50 Jahre alten Gymnasiums die Steuergruppe „Selbständige Schule“ mit der Konzeptentwicklung. Nach neunmonatiger Vorbereitungszeit startete im Schuljahr 2009/10 das Modellvorhaben mit einem Team aus acht Lehrerinnen und Lehrern, einer Integrationslehrerin und einem Integrationshelfer sowie einem Sozialpädagogen und einer Erzieherin. Herr Wagner, der die Schule seit 19 Jahren leitet, weist stolz darauf hin, dass über 70 Prozent der Kollegen dieses Projekt unterstützten, z.B. durch die Bereitstellung von Deputatstunden, und mittlerweile die Initiativen für viele der damit verbundenen, für ein traditionelles Gymnasium ungewohnten und mutigen Innovationen eher von den Kollegen als von ihm ausgehen.
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Schulprogramme gemeinsam entwickeln

Das Einlassen auf grundsätzliche Veränderung, das Zulassen einer ergebnisoffenen Verlaufsform, das Erfassen aktueller Problemfelder, die Beschäftigung mit theoretischen Ansätzen, das Aushandeln gemeinsamer Ziele sowie das Erarbeiten, Diskutieren und Beschließen relevanter Maßnahmen zur Zielerreichung waren die Knoten- und Scheitelpunkte, die den Prozess spannend machten bzw. die Spannung aufrechterhielten.
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Arbeiten und Führen mit Zielvereinbarungen

Auch in der Schule gilt: Aufgaben können viel besser bewältigt werden, wenn Strukturen und Instrumente zur Verfügung stehen, die die Zusammenarbeit im Kollegium fördern, Einzelkämpfer zu kooperativem Handeln bewegen, Auseinandersetzungen auf einer sachlichen Ebene regeln lassen, Entwicklungen, Ziele und Aufgaben für alle transparenter und damit steuerbarer gestalten lassen.

Gelingende Schulentwicklung

Eindrücke einer Studienreise nach Finnland Der Fokus lag auf dem finnischen Schulsystem. Während der vor allem durch PISA ausgelösten deutschen Bildungsdiskussion wurde immer wieder nach Finnland geschaut: Weshalb hatte das skandinavische Land bei PISA so gut abgeschnitten? Welches sind die zentralen Gelingensbedingungen für ein erfolgreiches Schulsystem?
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Mit Qualität umgehen

Qualität ist komplex und vielschichtig: Es gibt unterschiedliche Erwartungen an und Vorstellungen über die Ganztagsschule von Seiten der Eltern, der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte sowie der außerschulische Partner von Ganztagsschulen. Qualität wird durch gegebene und manchmal auch kaum veränderbare Rahmenbedingungen beeinflusst (z.B. Räumlichkeiten, Personalumfang, Finanzrahmen), aber auch durch ganz subjektive Einflüsse, Werte oder Interessen.