Diese Veränderung basiert auf einem erweiterten professionellen Selbstverständnis, das durch gezielte Qualifizierung unterstützt wurde. Im Rahmen des Programms wurden Schulaufsichten unter anderem zu systemischen Organisationsberater:innen weitergebildet. Dadurch sind sie in der Lage, komplexe Schulentwicklungsprozesse differenziert zu analysieren, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren und passgenaue Unterstützungsangebote zu machen. Vertrauen, Rollenklarheit und dialogische Kompetenz erweisen sich dabei als relevante Erfolgsfaktoren.
Erstmals wurde im Rahmen von LiGa auch die Schulaufsicht selbst systematisch vernetzt. Der Austausch zwischen den zuständigen Dezernaten der Bezirksregierungen fördert ein gemeinsames Verständnis von Qualität und ermöglicht eine abgestimmte Steuerung. So entstehen Lernprozesse nicht nur auf Schulebene, sondern im gesamten System. Laut Dirk Timmerman, Schulfachlicher Dezernent bei der Bezirksregierung Düsseldorf, gehen die Dezernent:innen mittlerweile viel mehr in den intensiven inhaltlichen Austausch, vernetzen sich und die Schulen untereinander und sorgen so dafür, dass nicht alles mehrfach parallel entwickelt wird, sondern man gemeinsam daran arbeitet.
Partizipation und Rollenwandel als Schlüssel zur Qualität
Ein qualitativ hochwertiger Ganztag lebt von der Vielfalt der Perspektiven. Neben den Professionen im System spielen auch Schüler:innen, Eltern sowie weitere Beteiligte eine wichtige Rolle. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen sind unverzichtbar, um Angebote passgenau zu gestalten.
Auch der Wandel hin zu einer beratenden Schulaufsicht, die eng mit Schulleitungen kooperiert und Netzwerke aktiv gestaltet, trägt maßgeblich dazu bei, dass Bildungsqualität nicht nur punktuell verbessert, sondern systematisch weiterentwickelt wird. Letztlich steht hinter all diesen Bemühungen ein gemeinsames Ziel: bessere Lern- und Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen und Bildung so zu gestalten, dass Schule für Schüler:innen ein Ort wird, an dem sie sich entfalten können, an dem sie gefördert werden und an dem sie eine echte Chance auf Zukunft erhalten.
Netzwerke bieten den Raum, diese unterschiedlichen Stimmen einzubeziehen und miteinander in Austausch zu bringen. Dialogische und partizipative Prozesse stärken nicht nur die Qualität von Entscheidungen, sondern auch die Identifikation mit den Ergebnissen. Dadurch wird Ganztag gemeinsam gestaltet – und nicht nur umgesetzt. Das Ziel bleibt dabei immer dasselbe: Kindern und Jugendlichen ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen, entwickeln können und bestmögliche Bildungschancen erhalten. Oder, um es mit den Worten von Martin Reichert zu sagen: „Vernetzt euch, vernetzt euch, vernetzt euch!“ – denn genau darin liegt der Schlüssel für einen qualitativ starken Ganztag.