Lernkultur

Tisch mit Stiften und Schild Feedback
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Bei der Lernkultur an Ganztagsschulen geht es darum, strukturierte, vielfältige und abwechslungsreiche Lernsettings zu entwickeln, die das Mehr an Zeit, Raum und Kooperation nutzen und zu mehr Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler führen. Individualisiertes Lernen, Fordern und Fördern, inklusive Bildung, Lernzeiten, Projektlernen, fächer- oder jahrgangsübergreifender Unterricht und multiprofessionelle Teams sind dabei wichtige Schlüsselbegriffe. Eine veränderte Lernkultur zeigt sich besonders deutlich in einer rhythmisierten Lernstruktur, bei der sich der Schulalltag in Arbeits- und Entspannungsphasen gliedert.

Über die Unterrichtsentwicklung und einzelne Fachdidaktiken hinaus spielen weitere Handlungsmuster im schulischen Alltag eine wichtige Rolle. Eine veränderte Lernkultur in der Ganztagsschule zeigt sich ebenfalls in einem gemeinsam mit allen an Schule Beteiligten ausgehandeltes Verständnis von Bildung und Leistung. Dabei stehen Kompetenzentwicklung, Leistungsbewertung und Bewertungskriterien auf der Basis von individuellen Lernzielen und ein ganzheitliches, selbstverantwortetes Lernen im Fokus. Um dem gerecht zu werden, bedarf der Entwicklung und Anwendung einer breiten Palette von Lehr- und Lernformen sowie einer lebendigen Feedbackkultur. Dabei ist Feedback mehr als Leistungsbewertung. Individualisierte Rückmeldung ist gekennzeichnet durch die Anerkennung von persönlicher Entwicklung und Leistung, Motivation, Lernfreude und dem Hinweis auf weitere Entwicklungspotentiale. Nur wenn Lerninhalte und Lernmethoden an die Vorerfahrungen und Interessen der Schülerinnen und Schülern anknüpfen, werden sie internalisiert und wirksam. Dies bedeutet, dass für die Schule die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt steht. Auch das gehört zu einer lebendigen und veränderten Lernkultur.  

Unterthemen im Überblick:

Gruppenfotos des Netzwerkes

Lernen im digitalen Alltag

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung initiiert mit dem Programm „Ideen für mehr! ganztägig lernen.“ seit 2010 Schulnetzwerke, die von pädagogischen Leitungen und Moderatoren unterstützt werden, um Gestaltungsideen zu entwickeln. Dabei begleiten die Schulen einander als „kritische Freunde“. Nun sind wieder sechs Schulen aus unterschiedlichen Bundesländern zusammengekommen, um auf diese Weise voneinander zu lernen und zusammen zu arbeiten.
Zwei Mädchen und ein Junge experimentieren mit Reagenzgläsern
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Lernen durch Entdecken

Forschendes Lernen beginnt mit Fragen. „Lernen wie es mir gefällt!“ sagen Schülerinnen und Schüler, wenn Sie forschendes Lernen beschreiben sollen. Man könnte meinen, dass forschendes Lernen eine Schule aus den Angeln hebt, das Gegenteil ist der Fall. Forschendes Lernen beruht in seinen Grundfesten auf selbstregulativen Kompetenzen. Und die bringt nicht jeder in die Schule mit. Die Schule muss sich kümmern, um immer wieder neue Lernerfahrungen zu ermöglichen, die vor allem eins fördern: Selbständig lernen können.
Klasse im Unterricht
© Thorsten Seithe, DKJS

Zeit für Miteinander

Wertschätzendes Miteinander und bewusst gestaltete Beziehungen sind wesentliche Grundlagen einer guten Ganztagsschule und eine wichtige Voraussetzung für individualisiertes und damit individuelles Lernen. Neugier und Kreativität als Motoren erfolgreichen Lernens entfalten sich nur, wenn Freiräume für Erfahrungen gegeben sind und damit auch Fehler als Lernchancen verstanden werden.
Junge und Frau am Mikroskop
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"Lernen ist das große Vergnügen, sich Neues aneignen zu dürfen"

Lernen ist das große Vergnügen, sich Neues aneignen zu dürfen und zu können, neue Kompetenzen zu erwerben, dabei eine Selbstbestärkung zu erfahren, auch einen Stolz auf neu Angeeignetes, auf neu Verstandenes, auf neu Beherrschtes – das Vergnügen, die Welt immer besser zu verstehen. Das ist Lernen! Auf diese Weise beschreibt Prof. Dr. Jörg Ramseger, Professor für Schulpädagogik und Leiter der Arbeitsstelle Bildungsforschung Primarstufe an der Freien Universität Berlin, Lernen.

Medien in der Lebenswelt von Schülern

Motivierte Schüler sind ein Indiz für Unterrichtsqualität. Wenn den Kindern und Jugendlichen etwas zugetraut wird, sie selbständig Entscheidungen treffen können und Gelegenheit haben, miteinander zu lernen und zu kooperieren, dann macht Unterricht Spaß. Die Verwendung von digitalen Medien im Unterricht bietet einen zusätzlichen Reiz und fördert eine Lern- und Aufgabenkultur, die Schülerinnen und Schülern komplexe und zum Teil fächerübergreifende Fragen stellt.