Lernende Schule

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Lernkultur, Schulkultur, Lebensweltorientierung und Öffnung von Schule stehen in enger Beziehung zueinander. Verändert man nur ein Rädchen im System, werden sich viele weitere automatisch mitbewegen. Häufig verlaufen Veränderungsprozesse zeitversetzt, mal bewegen sie sich auch parallel zueinander – immer verhalten sie sich jedoch dynamisch. Somit ist nur eine Schulgemeinschaft, die sich als lernendes und sich ständig verändernde Organisation begreift, überhaupt in der Lage, systematische Schulentwicklung zu betreiben. Dieses Selbstverständnis ist die Grundvoraussetzung allen möglichen Wandels.

Schulentwicklungsprozesse durchlaufen mehrere Phasen – von der Idee bis zur Evaluation. Sie bedürfen einer guten inner- und außerschulischen Koordination, bei der der Schulleitung sowie dem gesamten Schulmanagement eine zentrale Rolle zukommt. Gemeinsam im Schulteam eine Vision zu entwickeln steht am Beginn einer jeden Veränderung. Um sie Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es die Bereitschaft und den Wunsch zu lernen durch Fort-und Weiterbildungen oder auch in Netzwerken. Diese Form des „Voneinander-Lernens“ hat sich für Schulentwicklungsprozesse als besonders fruchtbar herausgestellt. Sie ermöglichen die Reflexion eigener Veränderungsvorhaben sowohl im Schulteam und gemeinsam mit Netzwerkpartnern von außen.

Die Unterthemen im Überblick:

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Konsequente Rhythmisierung

Die Ganztagsschule Gießen-West ist Vorreiter in der Entwicklung von Ganztagsschule in Hessen. Die Schule strebt eine qualitativ hochwertige und zukunftsweisende Bildung und Erziehung. Dabei setzt sie auf enge Bindungen und Beziehungen - von Schülern, Lehrkräften und allen anderen pädagogischen Mitarbeitern. Von Britta Kuntoff Grundschule Gießen-West Paul-Schneider-Str. 87 35398 Gießen Hessen
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Schule mit Berufsorientierung

Ob Blumenbinden oder das Arbeiten mit Holz und Metall, die Schüler der Freiherr-von-Rochow-Schule in Pritzwalk lernen über Kooperationen mit außerschulischen Partnern bereits ab der siebten Klasse unterschiedliche Berufe kennen. Mit Erfolg: Fast alle finden später einen Ausbildungsplatz. Von Katharina Zabrzynski
Ideensammelbox auf dem Ganztagsschulkongress 2010

Die Irritation der Gewohnheit

Wie die Forschung und die Kunst lebt auch das Innovationsgeschehen an Schulen von der Irritation. Surrealistische Kunstwerke spielen mit unseren Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten. Künstler arbeiten damit, Erstaunliches, das „So-habe-ich-es-noch-nicht-gesehen“, einzubeziehen oder sie loten das Unwirkliche auf der Rückseite unseres Bewusstseins aus. von Prof. Dr. Uwe Hameyer
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Inventur mit Schülerbeteiligung

Mit der Beteiligung an einem Modellversuch wurde die Mittelschule Beilrode quasi über Nacht zur Schule mit ganztägigem Angebot, erhielt zusätzliche Lehrerstunden und unzählige neue Angebote. Nach Auslaufen des Versuchs muss die Schule wieder mit knappen Ressourcen auskommen und ihren Schulalltag erneut umstellen – mit Hilfe der Schüler.
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Umschalten auf Ganztag

Die Gesamtschule in Gersfeld startet mit ihrem offenen Ganztagsangebot. Die bereits etablierten Arbeitsgemeinschaften locken bereits schon jetzt viele der Schüler nachmittags in die Schule. Die Rhythmisierung und eine dafür zugeschnittene Lernkultur werden die größten Herausforderungen für das Lehrerteam sein.
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Kollegiale Hospitation

Die Schulglocke läutet, der Lehrer schließt die Tür. Lehrer verstehen sich vielerorts als „Einzelkämpfer“. Ihre Arbeit findet hinter verschlossenen Türen statt, wo dann unbemerkt entweder guter oder schlechter Unterricht gehalten wird. In etlichen Kollegien weiß man nur über den Umweg der Schüler, wie jeweils andere Kollegen pädagogisch arbeiten. Kollegiale Hospitationen als hauseigene Rückmeldeformen werden mit der Entwicklung der Ganztagsschulen zu einer weiteren Stellschraube für erfolgreiche Schulentwicklung.
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Veränderte Lernkultur mit Nebenwirkungen

Die neu etablierte Lernkultur bringt das Kollegium der Impulsschule Schmiedefeld an seine Grenzen. Während Eltern und Schüler immer zufriedener werden, fällt es dem Lehrerteam immer schwerer, die Entwicklung der Lernkultur voranzutreiben. Die Schulleitung und ihr Steuerteam machen Tatsachen transparent und schlagen mutig ein neues Kapitel schulinterner Qualitätsentwicklung auf.
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Ziele diskutieren – Wege vergleichen

Zwischen dem ersten und zweiten Treffen war es die Aufgabe der beteiligten Schulen, ein eigenes Entwicklungsvorhaben zu priorisieren und in die Netzwerkarbeit einzubringen. In dieser Zeit hatte die einzelne Schule Gelegenheit, sich ihrer Stärken bewusst zu werden, aber vor allem ein neues Kapitel eigener Schulentwicklung aufzuschlagen und per Zielvereinbarung sich selbst und dem Netzwerk ein Konzept vorzustellen.