Das Kind im Mittelpunkt? – Multiprofessionalität im Ganztag in Praxis und Ausbildung

Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt bundesweit ein Rechtsanspruch auf Ganztangsbetreuung. Aber wie sieht die qualitative Ausgestaltung aus? Welchen Stellenwert hat die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Ganztag? Spielt dieser Aspekt eine Rolle in der Ausbildung von Lehrkräften, Sozial- bzw. Kindheitspädagog:innen und Erzieher:innen? Darüber sprachen wir mit Sylvia Mihan, Dipl.-Sozialpädagogin, M. A. Kindheitspädagogin und Hochschuldozentin, die diesen Fragen in einer Forschungsarbeit nachging.

DKJS/Sandrino Donnhauser

Sylvia Mihan (Dipl. Soziale Arbeit, M. A. Kindheitspädagogik), ist seit 2007 für die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in den Bereichen „Frühe Bildung“ und „Ganztag“ tätig. Als Prozessbegleiterin unterstützt sie Teams verschiedener Bildungsinstitutionen bei der Entwicklung neuer Handlungsstrategien u. a. in den Themenschwerpunkten: Kooperation von Grundschule und Hort, Resilienzförderung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Ergänzend teilt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit Studierenden durch wechselnde Lehraufträge als Honorardozentin an der Evangelischen Hochschule Dresden, der Universität Leipzig, der Hochschule Mittweida und der Hochschule Magdeburg-Stendal.

 

Liebe Sylvia, du hast dich in einer Forschungsarbeit mit der Rolle von Multiprofessionalität im Ganztag beschäftigt. Vorab: Welche Professionen sind denn im Ganztag involviert?

Sylvia Mihan: In der Regel sind das neben den Lehrkräften Erzieher:innen, Sozialpädagog:innen, Kindheitspädagog:innen oder Fachkräfte mit vergleichbaren pädagogischen Abschlüssen, die insbesondere im Hort tätig sind oder die Nachmittagsgestaltung in anderer Form übernehmen. Das ist in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Dazu können weitere nichtpädagogische, in der Regel externe Expert:innen kommen wie beispielsweise Logopäd:innen, Ergotherapeut:innen, Psycholog:innen, Künstler:innen oder auch Handwerker:innen, die den Ganztag mitgestalten.

Welche Relevanz hat die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Ganztag?

Sylvia Mihan: Der Ganztag umfasst in der Regel die Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr, in der Kinder Schule, Hort oder andere ganztägige Bildungsangebote besuchen. Lehrkräfte vermitteln dabei vor allem formelle Bildungsinhalte. Ganztagseinrichtungen werden jedoch zunehmend als Lern- und Lebensorte verstanden, die ganzheitliches und lebensweltorientiertes Lernen fördern sowie individuelle Interessen und Kompetenzen stärken.

Gleichzeitig sind die Lebenslagen von Familien vielfältiger geworden. Mehrsprachigkeit, unterschiedliche Erwartungen an Bildung und verschiedene Unterstützungsbedingungen prägen den Alltag vieler Kinder. Um allen Kindern gute Bildungs- und Entwicklungschancen zu ermöglichen, braucht es vielfältige pädagogische Ansätze und Lernzugänge.

Damit sind auch die Anforderungen an Lehrkräfte gestiegen. Neben gutem Unterricht werden von ihnen zahlreiche weitere Aufgaben erwartet, etwa individuelle Förderung, Konfliktbearbeitung, Elternarbeit oder Demokratiebildung. Diese Vielfalt lässt sich kaum von einer einzelnen Profession allein bewältigen.

Multiprofessionelle Teams bieten einen wichtigen Ansatz. Sie vereinen unterschiedliche Kompetenzen und ermöglichen es den Fachkräften, sich stärker auf ihre jeweiligen Kernaufgaben zu konzentrieren. Davon profitieren auch die Kinder: Verschiedene methodische Zugänge und die Verbindung von formellem und informellem Lernen machen Bildung praxisnah, anschaulich und bedeutsam.

Sylvia Mihan
Dipl.-Sozialpädagogin, M. A. Kindheitspädagogin

Wie steht es zum Inkrafttreten des bundesweiten Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz um die multiprofessionelle Kooperation im Ganztag? Was sind die Bedarfe und Herausforderungen?

Sylvia Mihan: Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Ich habe einen guten Blick auf Sachsen – selbst hier gibt es große Unterschiede beispielsweise zwischen Einrichtungen in Großstädten wie Leipzig und Dresden und den ländlichen Regionen. Seit ca. 15 Jahren begleite ich Teams aus Grundschulen und Horten dabei, Strukturen für eine bessere Kooperation zu erarbeiten, dabei Perspektivwechsel vorzunehmen und Vorurteile abzubauen. Ich kenne viele Einrichtungen – hier meine ich immer Grundschule und Hort –, wo insbesondere das Zusammenspiel von Erzieher:innen und Lehrkräften gut funktioniert.

Die Schulsozialarbeit an Grundschulen wird in Sachsen im Moment leider wieder zurückgekürzt. Viele haben jedoch den Mehrwert erkannt und binden externe Expert:innen ein. Trotzdem erlebe ich seit über 15 Jahren immer wieder große Vorbehalte, Spannungen und Konkurrenz zwischen den Professionen. Selbst an Standorten, wo bereits eine gute Kooperation aufgebaut wurde, reicht manchmal ein Leitungswechsel, und die Herausforderungen beginnen von Neuem.

Multiprofessionalität als Notwendigkeit für einen kindgerechten, guten Ganztag

Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist nach wie vor nicht in den Köpfen der Pädagog:innen als Notwendigkeit für einen kindgerechten guten Ganztag verankert.

Dafür gibt es sicher ganz unterschiedliche Gründe. Meine Forschungsbefunde zeigen, dass der Ganztag bzw. die multiprofessionelle Zusammenarbeit zu wenig innerhalb der Ausbildung thematisiert und entsprechende Kompetenzen nicht vermittelt werden. Lehrkräfte werden vorrangig für die Gestaltung von Lernprozessen ausgebildet. Sozialpädagog:innen, Erzieher:innen u. a. eben für ihre jeweils originären Handlungsfelder. In der Regel wissen die Professionen am Ende ihrer Ausbildung viel über das eigene Berufsfeld, aber nicht, welche Kompetenzen andere Professionen mitbringen und wie sie sich gegenseitig bereichern und Kooperationen gestalten können. Es gibt keine Perspektivwechsel innerhalb der Ausbildung, und manchmal werden Vorbehalte oder sogar Vorurteile gegenüber anderen Professionen noch verstärkt.

Multiprofessionalität kommt während Studium und Ausbildung kaum vor

Welchen Fragestellungen geht die Forschungsarbeit zu Multiprofessioneller Kooperation nach und welche Ansätze verfolgt sie?

Sylvia Mihan: Ausgangspunkt meiner Arbeit war die Annahme, dass angehende Lehrkräfte sowie angehende Erzieher:innen, Sozial- und Kindheitspädagog:innen überwiegend professionsbezogen ausgebildet werden. Die Grenzen der eigenen Profession sowie die Kompetenzen anderer Berufsgruppen werden dabei nur eingeschränkt reflektiert. Zudem vermutete ich, dass die Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen, die Anforderungen des Ganztags sowie multiprofessionelle Kooperation in den Ausbildungs- und Studiengängen bislang zu wenig berücksichtigt werden.

Daraus ergab sich die Forschungsfrage: Welchen Grundstein legt die Ausbildung angehender Lehrkräfte und pädagogischer Fachkräfte in Sachsen für multiprofessionelle Kooperation im Ganztag?

Zunächst analysierte ich zentrale Begriffe wie „Ganztag“ und „multiprofessionelle Kooperation“ und sichtete den aktuellen Forschungsstand – der zu dieser Fragestellung nur wenige Erkenntnisse bietet. Anschließend untersuchte ich mittels qualitativer Inhaltsanalyse die Curricula pädagogischer Studiengänge in Sachsen sowie den Lehrplan für Sozialpädagogik. Im Fokus standen die Themenfelder Ganztag, multiprofessionelle Kooperation und die Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen.

Ergänzend befragte ich Studierende und Auszubildende kurz vor ihrem Abschluss. Dabei interessierte mich, wie sie ihr Wissen zu diesen Themen einschätzen, ob sie sich ausreichend auf die Praxis vorbereitet fühlen und welche Bedeutung sie multiprofessioneller Zusammenarbeit beimessen.

Abschließend suchte ich nach Erklärungsansätzen für die Ergebnisse und analysierte bundesweite Beispiele, die multiprofessionelle Kooperation bereits während der Ausbildung praktisch erfahrbar machen.

Inwieweit finden sich die Themen Ganztag und multiprofessionelle Zusammenarbeit in der Ausbildung der verschiedenen relevanten Ausbildungs- und Studiengänge wieder?

Sylvia Mihan: Die untersuchten Curricula bereiten aus meiner Sicht nur unzureichend auf die Anforderungen eines qualitativ guten, multiprofessionell gestalteten Ganztags vor. Gleichzeitig besteht bei angehenden Fachkräften ein deutliches Interesse an einer stärkeren Verankerung dieser Themen in Ausbildung und Studium.

Aus meiner Sicht sind die aktuellen Curricula zur Ausbildung pädagogischer Fachkräfte im sächsischen Ganztag (Grundschule und Hort) unzureichend, um das zukünftige pädagogische Personal für die Umsetzung eines guten Ganztags adäquat zu qualifizieren.

Sylvia Mihan
Dipl.-Sozialpädagogin, M. A. Kindheitspädagogin

Welchen Stellenwert hat das Thema multiprofessionelle Zusammenarbeit für die Befragten selbst mit Blick auf ihr Berufsleben?

Sylvia Mihan: Ich nehme an, dass die multiprofessionelle Zusammenarbeit erstmal nur eines von vielen Themen ist, das die Studierenden bzw. Auszubildenden beschäftigt. Jedoch speziell danach befragt, schätzten professionsübergreifend die meisten das eigene Wissen als eher unzureichend ein, um Ganztag kindgerecht und multiprofessionell gestalten zu können.

Ich wollte zudem untersuchen, ob sich die Professionen in ihrer Haltung zur Kooperation unterscheiden. Dabei zeigte sich ein weitgehend einheitliches Bild: Als wichtigster Aspekt wurde professionsübergreifend der regelmäßige Austausch über die Kinder zwischen Klassenleitung und Bezugserzieher:in genannt. Dies deutet darauf hin, dass das Wohl des Kindes als zentrale Motivation für Kooperation verstanden wird.

Auch die Bewertung multiprofessioneller Zusammenarbeit fiel durchweg positiv aus. Am häufigsten wurde sie als Bereicherung durch sich ergänzende Kompetenzen beschrieben. Insgesamt waren die meistgewählten Aussagen ausschließlich positiv besetzt.

Signifikante Unterschiede zwischen den Professionen konnte ich nicht feststellen. Persönliche Vorbehalte gegenüber anderen Berufsgruppen scheinen während der Ausbildungszeit daher kaum eine Rolle zu spielen.

Eine große Mehrheit der Befragten formulierte einen Bedarf an mehr Ausbildungsinhalten bezüglich Ganztag (84 Prozent) und Kooperation (92 Prozent), dabei gab es kaum Unterschiede zwischen den Professionen.

Sylvia Mihan
Dipl.-Sozialpädagogin, M. A. Kindheitspädagogin

Qualifikationsrahmen der Kultusministerkonferenz berücksichtigt kaum aktuelle bildungspolitische Anforderungen

Woran könnte es liegen, dass die multiprofessionelle Kooperation innerhalb der Ausbildung zu wenig beachtet wird? Was wären gute Ansatzpunkte, um das zu ändern?

Sylvia Mihan: Multiprofessionelle Zusammenarbeit spielt in Ausbildung und Studium bislang nur eine geringe Rolle, obwohl sie im Ganztag zunehmend erforderlich ist. Ein wesentlicher Grund ist, dass entsprechende Kompetenzen in den Qualifikationsrahmen und Curricula pädagogischer Berufe bislang unzureichend verankert sind. Zudem gibt es selbst an Hochschulen nur vereinzelt interdisziplinäre Lehrangebote, in denen angehende Lehrkräfte sowie sozial- und kindheitspädagogische Fachkräfte gemeinsam lernen.

Zu dem Ergebnis kommt u. a. auch Frau Prof. Dr. Schüpbach von der Freien Universität Berlin. Dort läuft derzeit das Forschungsprojekt „ProGanz“, das die Ausbildungspraxis von Pädagog:innen für Berliner Ganztagsgrundschulen untersucht. Erste Ergebnisse sind in einem Mitte Juli veröffentlichten Interview mit Prof. Schüpbach zu lesen. Auch sie stellt fest, dass sich Studierende und Auszubildende für die Arbeit im Ganztag nicht ausreichend qualifiziert fühlen. Dabei ist in Berlin der Rechtsanspruch durch das dortige Schulgesetz und das System der ergänzenden Förderung und Betreuung (eFöB) bereits weitestgehend etabliert.

Gibt es positive Beispiele für eine multiprofessionelle Ausbildung?

Sylvia Mihan: Bundesweit existieren bislang nur wenige entsprechende Ansätze. Dazu gehören der Zertifikatskurs „Ganztagsbildung – Arbeiten in multiprofessionellen Teams“ an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie die Bremer Modulreihe „Multiprofessionalität in der Ganztagsschule – Von Anfang an gemeinsam“, die Studierende und Auszubildende bereits während ihrer Ausbildung gezielt auf die Zusammenarbeit im Ganztag vorbereitet. Diese Beispiele zeigen, wie multiprofessionelle Kooperation frühzeitig und praxisnah vermittelt werden kann.

Du hast für Sachsen ein Kooperationsseminar zur Multiprofessionellen Kooperation im Ganztag initiiert und dafür die Universität Leipzig, die Hochschule Mittweida und die Johanniter-Akademie Mitteldeutschland gewonnen. Wie ist der aktuelle Stand?

Sylvia Mihan: Mich beschäftigt dieses Thema ja schon eine ganze Weile. Daher wollte ich versuchen, auch in Sachsen angehende Pädagog:innen unterschiedlicher Professionen bereits während der Ausbildung zusammenzubringen. Ich war davon überzeugt, dass es ein großer Mehrwert für Studierende wäre, wenn sie gemeinsam Themen wie Rhythmisierung, Partizipation, Konfliktlösung, Entwicklungsgespräche etc. bearbeiten, jedoch jeweils aus verschiedenen Perspektiven.

Ich suchte Partner:innen und fand sie: mit Christoph Bülau, zuständig für den Bereich Ganztagsschulentwicklung und Schulentwicklungsforschung im Bereich der Bildungswissenschaften an der Universität Leipzig sowie mit Prof. Dr. Patricia Kröber, Studiendekanin für den Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida.

Im Wintersemester 2024/2025 starteten wir unser erstes Kooperationsseminar mit Studierenden für Grundschullehramt und Studierenden der Sozialen Arbeit mit dem Titel „Multiprofessionelle Kooperation im Ganztag“. Für das Wintersemester 2026/27 konnten wir sogar noch eine neue Partnerin gewinnen, die Johanniter-Akademie Mitteldeutschland, die u. a. Erzieher:innen ausbildet.

Die größte Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Strukturen von Universität, Hochschule und Fachschule verzahnt zu bekommen.

Sylvia Mihan
Dipl.-Sozialpädagogin, M. A. Kindheitspädagogin

In der Vorbereitung waren die unterschiedlichen Strukturen besonders herausfordernd: Prüfungsleistungen müssen prüfungsordnungskonform gestaltet werden, und zwar so, dass sie für alle passen. Das Berufsschuljahr ist nicht gleichzusetzen mit einem Semester, was ebenfalls knifflig ist. Und die Teilnehmenden kommen von drei verschiedenen Standorten, das ist mit Fahrtwegen und somit auch mit Kosten verbunden. Es bedurfte viel Kreativität, Kompromissbereitschaft und Lösungsorientierung.

Im Oktober 2026 startet die Neuauflage des Kooperationsseminars. An vier Blocktagen beschäftigen sich insgesamt ca. 80 junge Menschen professionsübergreifend mit verschiedenen Themen des Ganztags. Sie reflektieren Rollenbilder, setzen sich mit unterschiedlichen Erwartungen auseinander und vertiefen u. a. die Bedürfnisse und Entwicklungsaufgaben der Kinder im Grundschulalter. Zusätzlich gestalten sie einen Praxistag, an dem sie in gemischten Kleingruppen einer konkreten Praxisfrage in einer Einrichtung nachgehen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung werden die Ergebnisse abschießend präsentiert.

Vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung sollte multiprofessionelle Zusammenarbeit verbindlicher Bestandteil pädagogischer Aus- und Studiengänge werden. Ergänzend sind gemeinsame Projekte, Praktika und Lehrveranstaltungen sinnvoll, um professionsübergreifende Zusammenarbeit bereits in der Ausbildung zu erproben.

 

Hinweis: Im Herbst erscheint ein vertiefender Text von Sylvia Mihan zu ihren Forschungsergebnissen in der Neuausgabe des Magazins „Die Ganztagsschule“.

Zentrale Ergebnisse der Forschungsarbeit Multiprofessionelle Kooperation und Ganztag in der Ausbildung

Untersuchte Ausbildungsgrundlagen

  • Analyse von 14 Modulhandbüchern und Studienordnungen sowie des sächsischen Lehrplans für Sozialpädagogik
  • Studiengänge: Lehramt Grundschule (3), Soziale Arbeit/Sozialpädagogik (7), Kindheitspädagogik (3), Pädagogik (1)

Ergebnisse

  • Die Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen wird meist nur indirekt berücksichtigt; nur wenige Studiengänge behandeln sie ausdrücklich in Pflichtmodulen.
  • Ganztag spielt in den Curricula insgesamt eine geringe Rolle und wird nur vereinzelt explizit thematisiert, meist in Wahlmodulen.
  • Multiprofessionelle Kooperation wird zwar häufiger genannt, jedoch vor allem im Zusammenhang mit Übergängen zwischen Kita und Grundschule. Die verbindliche Zusammenarbeit von Schule und Hort ist nur selten Ausbildungsinhalt.

Befragung von 131 Studierenden und Auszubildenden

  • Die meisten verfügen lediglich über Basiswissen zu Ganztag und Kooperation.
  • Besonders gering sind die Kenntnisse zu Rechtsanspruch, gesetzlichen Grundlagen und fachlichen Empfehlungen zum Ganztag.
  • 84 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Ausbildungsinhalte zum Ganztag, 92 Prozent mehr Inhalte zur multiprofessionellen Zusammenarbeit.

Einstellung zur Kooperation

  • Unabhängig von der Profession wird Kooperation überwiegend positiv bewertet.
  • Als wichtigster Aspekt wurde ein regelmäßiger Austausch über die Kinder zwischen den Fachkräften genannt.
  • Am häufigsten beschrieben die Befragten multiprofessionelle Kooperation als Bereicherung durch sich ergänzende Kompetenzen.
  • Signifikante Unterschiede zwischen den Professionen hinsichtlich ihrer Haltung zur Kooperation konnten nicht festgestellt werden.