Studierzeit und Themenzeit – Rhythmisierung an der Gustav-Wöhrnitz-Mittelschule Lohr a. Main

Studierzeit und Themenzeit – Rhythmisierung an der Gustav-Wöhrnitz-Mittelschule
(c) P. Chiussi/ DKJS
Daten und Fakten:
Schulform: Mittelschule Ganztagsschulform: gebundener oder offener Ganztag wählbar Schülerinnen und Schüler: 310 Lehrerinnen und Lehrer: 30
Weiteres päd. Personal: 6

Auf den kommenden Schultag vorbereiten, Inhalte nachbereiten, Themen vertiefen und eine inhaltliche Verzahnung des Vor- und Nachmittags, kurz: eine für die Schülerschaft sinnvolle Strukturierung und Rhythmisierung des Schultags – das war der Wunsch des Kollegiums an den Ganztag der bayerischen Mittelschule. Die Lösung war eine Einteilung des Schultages in bestimmte Zeitphasen. Studierzeit, Fachunterrichtszeit, Themenzeit, Mittagszeit und Projektzeit haben fortan ihren je festen Platz im Stundenplan.

 

Silentium und Miteinander

Zentrales Element des Ganztags ist die Studierzeit. Davon gibt es zwei pro Schultag. Für alle Klassen ist die Studierzeit fest in der ersten und achten Stunde der Stundentafel verankert. Die Studierzeit ist Silentiumszeit, d.h. die Kinder arbeiten in Ruhe an ihren individuellen Aufgaben. Die erste Stunde dient der Vorbereitung auf den Fachunterricht des Tages: Inhalte vergegenwärtigen, Vokabeln wiederholen oder für Klassenarbeiten lernen. Das Wechseln des Raumes ist erlaubt, auch auf dem Boden liegend arbeiten dürfen die Kinder. Währenddessen werden die Schülerinnen und Schülern von Lehrkräften und Tutoren – Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen – begleitet und bei Bedarf unterstützt. Außerdem können sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig helfen. Bei offenen Fragen treffen sie sich an Stehtischen, um diese zu klären. Die zweite Studierzeit dient dem Tagesabschluss, Hefteinträge werden vervollständigt, Unterrichtsstoff des Tages wiederholt sowie Unverstandenes nochmals erklärt.

Auf die gemeinsame Mittagszeit, während der auch gegessen wird, folgen erneut Fachunterricht und die Themenzeit. Die Themenzeit ist ein offenes Unterrichtsformat, in dem meist projektorientiert gearbeitet wird. Im Idealfall entspringen die behandelten Themen den Schülerinteressen: aktuelle Geschehnisse gesellschaftlicher oder politischer Relevanz sind hier ebenso vertreten wie unterrichtsvertiefende Inhalte.

Trotz der Projektorientierung ist die Themenzeit nicht mit der Projektzeit zu verwechseln. An einem oder zwei Nachmittagen nehmen die Schülerinnen und Schüler an von externen Partnern angebotenen Projekten bzw. AGs teil. Nach einem bestimmten Zyklus wird das Angebot gewechselt, sodass jede/r Schüler/in im Laufe eines Schuljahres verschiedene Freizeitangebote kennenlernt.

 

Keiner tut nichts!

Die Studierzeit gilt als Herzstück des Ganztages der Mittelschule. Die beiden festen Zeitschienen bilden eine Klammer um den Schultag und um den Fachunterricht. Inhaltlich vernetzen die Studien- (und auch die Themenzeiten) den Vor- und Nachmittag. Die aufgegriffenen Inhalte erweitern und vertiefen den Fachunterricht. Nach dem Motto „Keiner tut nichts!“ arbeiten die Schülerinnen und Schüler an differenzierten Aufgaben. Trotzdem spielt auch die gegenseitige Unterstützung eine große Rolle und bildet neben dem Silentium das Grundprinzip der Studierzeit. Die Lehrkräfte werden in den Studierzeiten zu Lernbegleitern und unterstützen passgenau. Sie bereiten Material vor und stellen dieses zur Verfügung.

Die jüngeren Schülerinnen und Schüler müssen die Regeln der Studierzeit erst verinnerlichen. Sie lernen Stück für Stück, sich ihr Aufgabenpensum sinnvoll einzuteilen und werden immer selbstständiger. Dabei unterstützt sie auch der feste Rahmen des Stundenplans. In jeder Klassenstufe ist den Schülerinnen und Schülern – sowie den Lehrkräften – bewusst, was in der Studierzeit erwartet wird. Das fördert das selbstständige Arbeiten und führt im Laufe der Schulzeit zu seiner Verinnerlichung.

Adresse
Nägelseestr. 8, 97816 Lohr a. Main
verwaltung@gws-lohr.de

Material zum Download

Porträtraster
Vorstellung der Schule