Gemeinsam Lernkultur gestalten in Ganztagsgrundschulen

Gemeinsam Lernkultur gestalten
(C) DKJS Tonn

In den Grundschulen herrscht die wohl größte Heterogenität an Schülerinnen und Schülern. Mehr Vielfalt, mehr Diversität gibt es zu keinem anderen Zeitpunkt der schulischen Laufbahn der Kinder. Die Anerkennung und Wertschätzung dieser Unterschiedlichkeiten stellt an alle an Schule Beteiligte große Anforderungen.Die Begleitung der Schule ist wichtig, die Eltern und die Familie spielen jedoch eine mindestens ebenso große Rolle. Damit Kinder gut lernen können, bedarf es eines vertrauensvollen Lernumfelds, einer Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe sowie ausreichend Zeit, um einerseits qualitätsvollen Unterricht und andererseits genügend Gelegenheiten für Freizeit und Spiel zu ermöglichen. Ganztagsgrundschulen können dies in besonderem Maß bieten.

Mehr Zeit für Individualität

Beim Eintritt in die Grundschule kommen die jungen Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen, individuellen Voraussetzungen, verschiedenen Lebenswelten und kultureller Vielfalt. Um jedem Kind gerecht zu werden, muss es in seiner Einzigartigkeit gesehen und anerkannt werden. Auch lernen Kinder und Jugendliche besser, wenn sich ihre Lebenswelten in der Lernkultur der Schule wiederfinden, und sie sich an der Gestaltung ihres eigenen Lernprozesses beteiligen können. Konsequenterweise ergibt sich daraus, dass Lehr- und Lernsettings so aufeinander ausgerichtet sind, dass individuelles Lernen in der Gesamtbreite des Ganztagsangebots ermöglicht wird. Neben dem Erlernen von fachlichen Kompetenzen nimmt die (Weiter-) Entwicklung überfachlicher Fähigkeiten einen hohen Stellenwert im schulischen Alltag ein: Selbstständiges Lernen, Selbstein- und wertschätzung und Eigenverantwortlichkeit für den Lernprozess – im Grundschulalter ist es der Auf- und Ausbau gerade dieser wertvollen Befähigungen, die für eine aktive gesellschaftliche Teilhabe und lebenslanges Lernen Grundvoraussetzungen sind.

 

Eine rhythmisierte Tagesstruktur mit Phasen der Anspannung und Entspannung, Taktungen und Wiederholungen, sind nur einige Schlagworte, die auf die äußere Struktur zielen. Stundentafel, besondere Formen der Rückmeldekultur, Methodenvielfalt etc. beschreiben hingegen eine innere Differenzierung. Für den sensiblen Umgang mit Zeit, das Aufbrechen der starren 45-Minuten-Taktung oder für die Einführung von wechselnden Arbeitsformen gibt es inzwischen viele gute Beispiele. Unter „Aktuelle Schulbeispiele“ finden sich Porträts und hilfreiche Schilderungen für beispielsweise rhythmisierte Zeitstrukturen in Ganztagsgrundschulen.

 

Hier geht es zu den guten Beispielen:

Berlin: Gustav-Falke-Grundschule

Hamburg: Erich Kästner Gesamtschule

Münster/NRW: Wartburg-Grundschule Münster

Jena/Thüringen: Heinrich-Heine-Grundschule

Das Niedersächsische Kultusministerium hat unter dem Titel „Forum Ganztagsschule – Niedersachen. Andere Rhythmen, andere Zeiten“ eine Informationsbroschüre herausgegeben.