Kinder laufen Hand in Hand

Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher – dieses Thema beschäftigt Ganztagsschulen sehr. Kinder aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Herkunftssprachen sollen schnellstmöglich hier ankommen, vertraut werden und in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen. Dafür braucht es Aufmerksamkeit, Feingefühl und Fachkompetenz. Dabei können viele Ganztagsschulen auf ihre Erfahrungen mit Vielfalt und Inklusion aufbauen und daraus neue Lösungen entwickeln.

  •  Welche Auswirkungen haben Fluchterfahrungen auf die Kinder und Jugendlichen?
  •  Wie kann sich der pädagogische Blick auch auf die Stärken, nicht nur auf die Schwierigkeiten der Geflüchteten richten?
  • Wie kann eine Balance zwischen einer schnellen Integration in Regelklassen und notwendiger Sicherheit unter Kindern und Jugendlichen mit gleichen Erfahrungen gelingen?
  • Welche besonderen Chancen ergeben sich im Nachmittagsangebot von Ganztagsschulen? Wie kommen die Kinder und Jugendlichen in Kontakt mit Gleichaltrigen? Was können Schülerinnen und Schüler tun?
Schulgebäude Charlie-Rivel-Grundschule

anztaegig-lernen.de stellte 3 Fragen an... Peter Mosler, Schulleiter der Charlie-Rivel-Grundschule in Berlin Spandau zur Integration geflüchteter Kindern an seiner Schule. Die Charlie-Rivel-Grundschule ist eine inklusiv arbeitende offene Ganztagsgrundschule im Berliner Stadtteil Spandau, die von 440 Schülerinnen und Schülern besucht wird. Das Schulteam besteht aus 36 Lehrkräften und 18 Erzieherinnen und Erziehern. Wie in Berlin üblich, umfasst auch hier die Grundschule die Jahrgänge eins bis sechs. In der ersten bis zur dritten Jahrgangsstufe findet der Unterricht jahrgangsübergreifend statt.

Lernen neu denken

Wie kann das Lernen von Schülerinnen und Schüler gelingen? Ganztägiges Lernen verwirklicht sich zu meist durch individualisierendes Lernen. Gute Ganztagsschulen haben konkrete Vorstellungen davon, wie sie ihren Unterricht entwickeln und damit Entwicklungsprozesse, aber vor allem Lernen begleiten. Der einfachste Einstieg in eine individualisierende Unterrichtspraxis ist das Entwickeln oder Nutzen zieldifferenzierenden Lernmaterials und eine darauf ausgerichtete Lernumgebung. Zieldifferenz bedeutet, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler das gleiche Lernen, um den Bildungsanforderungen gerecht zu werden.