Ganztagsschulen als lernende Organisationen

Individuelle Förderung, Inklusion, Umgang mit Kinder in schwierigen Lebenslagen, multiprofessionelle Teamarbeit, Ganztagsbildung: Die aktuellen Herausforderungen und Erwartungen an Pädagoginnen und Pädagogen sind hoch und vielfältig. Dazu kommt das rasante Tempo, in dem sich die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen wandeln. Viele Pädagoginnen und Pädagogen machen die Erfahrung, dass das einmal Gelernte nicht ausreicht, um den Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.

An Ganztagsschulen sind die Ansprüche besonders hoch, die erweiterten Möglichkeiten für innovatives Lernen und Bilden zu nutzen. Viele Ganztagschulen verstehen sich daher als professionelle Lerngemeinschaften oder lernende Organisationen, die Schritt für Schritt Neues erproben. Sie organisieren gemeinsame Lernprozesse, an der Schule - mit Kooperationspartnern oder mit anderen Schulen. Lehrkräfte initiieren systematische Feedbackprozesse mit Schülerinnen und Schülern und im Team, hospitieren und reflektieren ihre sich verändernde Rolle. In diesem Monat  drehen sich unsere Beiträge um folgende Themen:

  • Was zeichnet die lernende Organisation Ganztagsschule aus? Welchen Stellenwert haben das pädagogische Konzept und die Schulentwicklung im Alltagshandeln der Schule?
  • Wie werden wirkungsvolle Kommunikations- und Lernprozesse gestaltet, die Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitern Kooperation ermöglichen, entlasten und ihre Praxis verändern?
  • Welchen Nutzen ziehen Schulteams aus der Vernetzung mit anderen Ganztagschulen und/oder Einrichtungen und Kooperationspartnern ihres sozialen Umfeldes?
     
Frau und Kind gucken sich ein Mikroskop an

An der Gebundenen Ganztagsgrundschule Saarbrücken-Kirchberg war allen klar: Eine Schule in einem sozialen Brennpunkt muss den ganzen Tag für ihre Schüler da sein, um sie ausreichend fördern zu können. Drei Jahre Ganztag zeigen bereits ihre Wirkung: Nicht nur die Leistungen der Schüler haben sich verbessert. Auch der Umgang miteinander hat sich verändert und es gibt weniger Gewalt.

Abakus

Mit dem Rügener Inklusionsmodell wird erstmals in Deutschland versucht, den US-amerikanische Response to Intervention-Ansatz (RTI) zu erproben. Hierbei handelt es sich um ein inklusionsorientiertes Beschulungskonzept, das sowohl auf die Prävention und Integration von bzw. bei sonderpädagogischem Förderbedarf als auch auf eine alternative Form der Feststellung von lern –und Entwicklungsbeeinträchtigungen abzielt.