Studie: Ganztagsschulen bieten oft kostenlose Nachhilfe

Kind rechnet an Tafel
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Für viele Kinder und Jugendliche gehört Nachhilfeunterricht zum Alltag. Dass sich die Eltern das viel Geld kosten lassen, ist bekannt. Wie viel, das hat die Bertelsmann-Stiftung nun auf Basis einer repräsentativen Elternbefragung berechnet. Jährlich werden fast 900 Millionen Euro dafür aufgewendet. In vielen Schulen gibt es jedoch auch kostenlose Angebote – besonders viele davon in Ganztagsschulen.

Ganztagsschulen haben es sich zum Ziel gesetzt, soziale Ungleichheiten zu verringern und Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrer Herkunft zum Schulerfolg zu führen. Da liegt es nahe, ihnen auch am Nachmittag die Möglichkeit zu bieten, den im Unterricht bearbeiteten Stoff zu vertiefen und sich gegebenenfalls auch noch ein weiteres Mal erklären zu lassen. An offenen Ganztagsschulen profitieren 25 % von kostenfreien Angeboten, an gebundenen Ganztagsschulen mit festen Betreuungszeiten außerhalb des Unterrichts, nutzen 34% kostenlose Nachhilfe. Für die Bertelsmann-Stiftung wurde hierzu von Professor Klaus Klemm und Nicole Hollenbach-Biele eine repräsentative Elternbefragung von rund 4.300 Eltern ausgewertet.

Danach erhalten insgesamt 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfeunterricht. Besonders stark ist die zusätzliche Förderung an weiterführenden Schulen und dort insbesondere an Gymnasien (18,7%). Kinder und Jugendliche aus finanzstarken Familien erhalten häufiger Nachhilfe als aus solchen mit niedrigerem Einkommen und mit Migrationshintergrund. Zur Studie „Nachhilfe in Deutschland: Ausmaß – Wirkung – Kosten“.

28.01.2016

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