Peers in der Berufsorientierung

Jugendliche unterhalten sich auf dem Schulhof
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Über 700.000 Jugendliche haben 2015 die Schule verlassen. Hinter ihnen liegt nicht nur eine Zeit des Lernens, sondern auch der Suche nach der geeigneten Berufsausbildung oder des passenden Studiums. Wie diese Wahl ausfällt – so bekräftigt eine aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) - hängt im starken Maße von den Eltern ab. Neben institutioneller Beratungen können auch Peers Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützen.

Ein großes Problem beim Übergang von der Schule in den Beruf ist die

Wie gestalten Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund ihre Berufsbiografie?
Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) 

hohe Abbruchquote bei den Berufsausbildungen. Ungefähr ein Drittel aller Ausbildungsverträge wird innerhalb des ersten Jahres wieder aufgelöst. Die Ursachen sind vielfältig, hervorstechend ist jedoch, dass sich die Jugendlichen unter dem Beruf etwas anderes vorgestellt haben und sich daher neu orientieren müssen. Dies ist ärgerlich sowohl für den Auszubildenden als auch für den Betrieb.

Mit Berufsorientierung gegen hohe Abbruchquoten

Die Lösung für dieses Problem ist eine bessere Berufsorientierung an Schulen. Neben der klassischen Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit, werden verstärkt Praktika ins Curriculum aufgenommen und die Vernetzung mit Firmen vor Ort gesucht, um frühzeitig Einblicke in das Arbeitsleben zu gewähren, ein Aspekt, den insbesondere Ganztagsschulen nutzen.

Peeransätze in der Berufsorientierung

Oftmals werden die Berufe in diesem Kontext durch erwachsene Personen dargestellte. Jugendliche verbringen jedoch mit zunehmendem Alter immer mehr Zeit mit Gleichaltrigen. Die Meinung von Freunden und Mitschülern gewinnt für die Heranwachsenden an Bedeutung. Auch wenn die Berufswahl in der Clique nicht das vorrangiges Thema ist, so kann der Effekt positiv genutzt werden. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, die wenige Jahre älter sind und den Prozess der Berufswahl und des Berufs- oder Studieneinstiegs gerade hinter sich haben, eignen sich als Unterstützer für diejenigen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen. Sie leben im gleichen sozio-historischen Kontext und können so die Fragen und Bedenken oftmals besser verstehen als die Elterngeneration. Sie beleuchten nicht nur die rein berufliche Seite, sondern kennen auch die Herausforderungen, die die erste eigene Wohnung, die Finanzierung eines Studiums und die Veränderung des sozialen Umfeldes mit sich bringen. Peeransätze werden bereits in der pädagogischen Arbeit stark für Konfliktmoderation oder der gesundheitlichen und sexuellen Aufklärung genutzt. Sie können aber auch gezielt für die Berufsorientierung eingesetzt werden. Mehr zu „Positive Peer Kultur in der Berufsorientierung“ öffnen.

Berufsorientierung im Internet

Das Angebot an Internetseiten zur beruflichen Orientierung ist groß. Dennoch fällt es Jugendlichen anscheinend schwer, aus der Fülle des Materials die für sie relevanten Informationen herauszufiltern. Dabei geht es weniger darum, Eigenschaften einzelner Berufe zu recherchieren, als vielmehr das Medium zu nutzen, um ein berufliches Selbstkonzept zu entwickeln. Als hilfreich empfunden werden dabei eher Internetportale, bei denen Auszubildende beispielsweise in einem Video mit ihren eigenen Worten ihren Beruf darstellen als solche, die den Eindruck erwecken, dass sie von Erwachsenen für Jugendliche gestaltet wurden. Öffnen

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14.08.2015
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