Methoden für Demokratie

demokratie_1.jpg

Sammlung vom Handlungswissen

 

 

Neben dem Elternhaus sind die Kindergärten und Grundschulen entwicklungsbestimmende Umgebungen, in denen u.a. durch emotionale Zuwendung, gleichberechtigten Umgang und soziale Wertschätzung die Basis für die Fähigkeit, in autonomer Weise an demokratischen Prozessen zu partizipieren, gelegt wird. Wenn Kinder Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten ausbilden sollen, auf demokratische Weise sie selbst betreffende Umstände zu beeinflussen, müssen sie sich selbst als Akteure der eigenen Entwicklung wahrnehmen können. Bereits im Kindergarten und in der Grundschule ist es erforderlich, Kindern verstärkt Freiräume zu eröffnen, in denen sie entwicklungsstandgerecht Fähigkeiten zur Interessenvertretung erwerben können. Werden Kinder an der Gestaltung ihrer Lebenswelten beteiligt, dann können das Selbstwirksamkeitserleben, die Verantwortung für die Einhaltung der gemeinsam ausgehandelten Regeln und die Bereitschaft, sich auch in Zukunft mit eigenen Vorschlägen bei der Ausgestaltung des Gruppenlebens zu beteiligen, wachsen.

Erfahrung der Selbstwirksamkeit

Das Projekt „Lernorte der Demokratie im Vor- und Grundschulalter“ bringt sich mit diesem Ansatz in die Qualitätsentwicklungsoffensive in sächsischen Kindertageseinrichtungen auf Basis des 2006 veröffentlichten sächsischen Bildungsplans ein. Stärkung und Entwicklung eines Demokratieverständnisses in Kindergarten und Grundschule hat das konstruktivistische Bildungsverständnis des sächsischen Bildungsplans als Handlungsgrundlage. Nehmen Fachkräfte den sächsischen Bildungsplan ernst, können frühkindliche Bildungs- und Demokratieprozesse nicht voneinander losgelöst gesehen werden. Kinder, die sich in anregender Umgebung individuell selbst bilden, brauchen die Erfahrung der Selbstwirksamkeit, die Fähigkeit der konstruktiven Kommunikation und der Aushandlung, die Befähigung, Verantwortung für sich und die Gruppe zu übernehmen. Das Erleben und Erlernen demokratischer Basiskompetenzen trägt so zur Entwicklung einer positiven Bildungsbiografie bei. Kann Demokratie in diesem Sinne Eingang in den Alltag von Kindern finden, hat das positive Auswirkungen auf ihre Teilhabe an demokratischen Prozessen in späteren Entwicklungsphasen.

Das Projekt „Lernorte der Demokratie im Vor- und Grundschulalter“ will in einem durch Praxisberatung initiierten Qualitätsentwicklungsprozess Kindertageseinrichtungen und Grundschulen darin unterstützen, sich als „Lernorte der Demokratie“ weiterzuentwickeln. In der Pilotphase 2006 konnten erste Erfahrungen in den Projektmodulen „ponte Sachsen“ und „Demokratie leben im Elementarbereich“ gesammelt und dokumentiert werden. Auf Basis einer Dokumentation des methodischen Herangehens im Projekt ist diese Methodensammlung entstanden. Sie bildet den Einstieg in eine jährlich weiterzuführende Methodenmappe, die als Handreichung für Multiplikatoren dient, die solche Prozesse in Kindergarten und Grundschule initiieren.

Alle dargestellten Methoden sind in den durchgeführten Praxisberatungen und Workshops erprobt. Die Methoden wurden mit drei bis zehn Personen durchgeführt. Die angegebenen Zeiten dienen als Anhaltspunkte. Es wurden die Mindestzeiten angegeben. Mit dieser Methodenmappe möchte das Projekt „Lernorte der Demokratie“ mit dem Ansatz „Train the Trainer“ einen Beitrag dazu leisten, dass Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem modellhaften Prozess nicht verloren gehen. Außerdem sollen die Erfahrungen der Fachöffentlichkeit im Freistaat Sachsen als Handlungsleitfaden zur Verfügung gestellt werden. Für Anregungen und Anmerkungen ist das Team der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Regionalstelle Sachsen dankbar.

 

demokratie.jpg

Material öffnen

 

Autor: Jens Hoffsommer

Datum: 09.06.2010
© www.ganztaegig-lernen.de

Thema
»