Ganztagsschulkongress 2013 - Workshop 14: Die Jugendhilfe mit an Bord! Wie Sozialarbeit ganztägiges Lernen unterstützt.

Workshop 14: Die Jugendhilfe mit an Bord!
Foto: Piero Chiussi / Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

 

Workshop 14

Die Jugendhilfe mit an Bord! Wie Sozialarbeit ganztägiges Lernen unterstützt.

Workshop beim 10. Ganztagsschulkongress

Samstag, 07.12.2013, 10:00–12:00 Uhr, Raum A 06

 

Referentinnen und Referenten: Andrea Bährend, AWO Oberhausen ; Sarah Böhm, Schusozialarbeiterin, AWO Oberhausen; Sami Memet (Aktionsleiter, Schüler) Jens Koll (Lehrer und Ganztagskoordinator) Comenius-Schule Flensburg; Christian Ide, Diplomsozialpädagoge, Kinder- und Jugendbüro Stadt Flensburg

Neben dem Unterricht sind Pädagoginnen und Pädagogen häufig auch damit konfrontiert, dass sie Beratung und Unterstützung in sozialen Fragen geben sollen. Gut, wenn Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter fest zum Schulteam gehören und den Lehrkräften beratend zur Seite stehen.
Wie findet Schulsozialarbeit ihren Platz im Stundenplan und im pädagogischen Konzept der Schule?
Wie können Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter dauerhaft in den Schulalltag integriert werden, damit sie nicht nur im Einzelfall gerufen werden, wenn es „brennt“? Welche Wege bietet Schulsozialarbeit für die Öffnung der Schule in das lokale Umfeld?

Andrea Bährend, Leiterin des Projekts „GanzTag“ des Zentrums für Ausbildung und berufliche Qualifikation Oberhausen, und Christian Ide vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Flensburg.

Sarah Böhm, Schulsozialarbeiterin am Hans-Sachs-Berufskolleg Oberhausen, und Jens Koll, Ganztagskoordinator der Comenius-Schule, Flensburg.

Sami Mehmet, Schüler an der Comenius-Schule.

Moderation: Birgit Schröder und Herbert Boßhammer, Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Nordrhein- Westfalen

Zentrale Themen und Ergebnisse

Zu Beginn wurden provokante Thesen diskutiert:

  • Die jetzige Struktur von Schule macht eine Öffnung in den Sozialraum unmöglich!
  • Aus dem Publikum: Das muss vor allem in den Köpfen der Lehrer stattfinden, bevor es dann auch tatsächlich passiert.
  • Noten sind wichtiger als bürgerschaftliches Engagement!
  • Aus dem Publikum: Kooperation entsteht meistens aus dem Einzelfall (und wenn es brennt), und dann entsteht etwas Gutes daraus.

Zwei Beispiele zur Kooperation Schule–Jugendhilfe

Beispiel 1: Technisches Berufskolleg in Oberhausen

  • Zwei Modellklassen im Ganztag (bautechnische Assistenten)
  • Teilnahme an SozialGenial. Dadurch entstand eine Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe.

Erfahrungen aus dieser Kooperation:

  • Weniger ist mehr – erste kleine Aktivitäten sind gut zur Annäherung.
  • Sozialpädagogische Begleitung ist dabei wichtig, beispielsweise zur Reflexion der Erfahrungen mit den Schülern.

Beispiel 2: Kooperation von Jugendhilfe und Schule in Flensburg mit dem Kinder- und Jugendbüro Flensburg

  • Es gibt eine ChillBox auf dem Schulgelände
  • Die Schülerinnen und Schüler haben in einem leeren Raum in der Schule den ComeniusClub gegründet. Dafür bekamen sie Fortbildungen und entwickelten Ideen, was sie dort machen wollen. Es gibt “Aktionsleiter”, die für den Raum zuständig sind. Der Club läuft inzwischen und wird gut angenommen.
  • Durch die Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro gibt es nun auch eine FSJlerin an der Schule, die den ComeniusClub betreut und unter anderem mit den Schülerinnen und Schülern ein Radioprojekt macht.

Diskussion und Erfahrungsaustausch:

  • Wie findet Schulsozialarbeit ihren Platz im pädagogischen Konzept der Schule?
  • Öffnung in den Sozialaum – wie lässt die Stundentafel das überhaupt zu? 
  • Welche Wege und Möglichkeiten haben die Schüler und Schülerinnen, um die Öffnung der Schule ins soziale Umfeld zu gestalten?

Statements und Zitate

Andrea Bährend, Leiterin des Projekts GanzTag:

  • “Schulsozialarbeit bietet mehr! Der Ganztag bietet den Raum dafür.”

Christian Ide, Kinder- und Jugendbüro der Stadt Flensburg:

  • “Es braucht Räume an Schulen, die es manchmal gar nicht so richtig gibt und die man erst erfinden muss.”
  • “Schule und Jugendarbeit zusammen, denn alleine geht es nicht!”