Diskriminierung entgegenwirken: Welche Strategien und Methoden sind erfolgreich?

Diskriminierung entgegenwirken: Welche Strategien und Methoden sind erfolgreich?
(c) S. Hofschläger, pixelio

Kinder nehmen schon früh Unterschiede wahr. Jemand redet anders, hat nicht die gleiche Hautfarbe, sitzt im Rollstuhl usw. Sie wollen nicht mit diesem oder jener spielen, lieber neben dieser statt jenem sitzen. Hänseleien untereinander mögen „normaler“ Teil sozialer Erfahrungen sein, aber die Grenze zu Mobbing und Diskriminierung ist schnell überschritten. Damit aus der Wahrnehmung von Unterschieden keine Vorurteile werden, ist entschiedenes Handeln gefragt. Es gibt zahlreiche gute Beispiele, wie das funktionieren kann.
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat eine Expertise zu den Erscheinungsformen von Diskriminierung im Bildungssystem verfasst. Aufmerksam zu sein, für die vielen manifesten und latenten Varianten von Diskriminierung, ist eine grundlegende Strategie, um ihr wirkungsvoll entgegen zu treten, lautet Tenor der Expertise. Aber Diskriminierung dauerhaft entgegenzuwirken, schafft Schule nicht allein, heißt es ebenso. Dazu braucht es gesamtgesellschaftlich Anstrengungen und ein Zusammenwirkungen von Bottom-up- und Top-Down-Strategien. Die Expertise finden Sie hier. Auch Unterrichtsmaterialien zum Thema Rassismus werden dort zur Verfügung gestellt.

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung

Der Ansatz kommt aus den USA, wo er Anti-Bias Approach genannt wird: ein Ansatz also gegen Einseitigkeiten und Diskriminierung. Einseitigkeiten, Bevorzugungen, Benachteiligungen sollen abgebaut werden. Dazu müssen diskriminierende Handlungen, Gewohnheiten und Strukturen erkannt und abgebaut werden. Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung setzt also zunächst bei den Erwachsenen an, die aufgefordert sind, ihre Denk- und Handlungsmuster zu reflektieren. Unterschiede sind gut, diskriminierende Vorstellungen und Handlungsweisen sind es nicht. Respekt für die Vielfalt endet da, wo diskriminierende Äußerungen und Handlungen beginnen. In vorurteilsbewussten Erziehungs- und Bildungsprozessen geht darum, immer zu prüfen: Ist das, was hier gerade passiert, fair und gerecht? Das bedeutet für die Gestaltung der Lernumgebung und die Interaktion mit Kindern, Stereotypen eine deutliche Grenze zu setzen. Das klingt nach moralischer Schwerstarbeit. Dass das auch Spaß machen kann, beweisen die Methoden und Ansätze des Instituts für den Situationsansatz. In zahlreichen Publikationen zum Download wird die Arbeit dargestellt. Das Institut für Menschenrechte stellt auf seiner Seite Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die sich auf den Umgang mit verschiedenen Diskriminierungsdimensionen beziehen. Eine Liste mit vorurteilsbewussten Kinderbüchern finden Sie hier.