Citius, altius, fortius!

Projektdaten

Klassenstufen: 1-8
Anzahl der Schüler: alle
Anzahl der Lehrer: alle
Fachbereiche: alle
Wochenstunden: 24 Zeitstunden/Projektwoche

Teamgeist, Fairness, Toleranz – den olympischen Gedanken haben die Schüler/innen und Lehrer/innen der Offenen Ganztagsschule Franz von Assisi mit eigenen Spielen erfolgreich umgesetzt

Das Projekt

Wir haben eine jahrgangsübergreifende Projektwoche zum Thema „Sport – Fair Play“ gestaltet. Alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihrer körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit, nahmen innerhalb altersgemischter Ländermannschaften daran teil und verbrachten die Woche gemeinsam. Dabei kam es nicht auf Einzel-, sondern auf Mannschaftsleistungen an. Die Schüler/innen der höheren Jahrgangsstufen konnten ihr gewachsenes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den Jüngeren erproben und erfolgreich unter Beweis stellen. Die Jüngeren fanden in den Großen liebevolle Ansprechpartner und Helfer. Alle Mitarbeiter/innen der Schule arbeiteten eng zusammen, egal aus welchem Fachbereich oder aus welcher Schulart (Grund- oder Regelschule). Jede/r konnte ebenso wie die Schüler individuelle Fähigkeiten einbringen.

Der Auslöser

Um der Schulgemeinschaft das Zusammenwachsen am Schuljahresanfang noch besser als bisher zu ermöglichen, wurde ein gemeinsam gestaltetes Schulprojekt innerhalb der bereits bestehenden ganztägigen Zeitstrukturen geplant. Ziel war es einerseits, dass sich die Kinder aller Jahrgänge untereinander besser kennen lernen. Das Verantwortungsbewusstsein der „Großen“ für die „Kleinen“ sollte gestärkt werden. Die kleinen Kinder sollten die großen als Ansprechpartner bei zukünftig auftretenden Fragen sehen und lernen, die Scheu vor den Jugendlichen abzulegen. Aber auch die Regeln eines guten Miteinanders sollten in diesem Projekt im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig wollten alle Kolleg/innen der Schule ein gemeinsames Projekt starten, um einmal die Trennung infolge der Einteilung in Grund- und Regelschule oder auch der unterschiedlichen Arbeitszeiten am Vor- und Nachmittag aufzuheben. Angelehnt an die Olympischen Spiele im Sommer 2004 in Athen lag es nahe, den olympischen Gedanken aufzugreifen und eine eigene Schulolympiade zu initiieren, in der besonders Teamgeist, Fairness, Toleranz und gegenseitige Anerkennung gefragt waren.

Der Weg

In mehreren vorbereitenden Beratungen einigte man sich im Kollegium auf die wichtigen Bestandteile der Projektwoche. Dazu gehörten eine Eröffnungsfeier mit olympischem Eid und Fackelträgern, die Beschäftigung mit den Besonderheiten des „Herkunftslandes“ der Mannschaften, Stationenarbeit mit allen Sinnen zum Thema Olympiade, sportliche Wettkämpfe aller Art und eine Abschlussveranstaltung mit Siegerehrung. In Vorbereitung der Projektwoche ordneten die Pädagog/innen alle Kinder der Schule einer Landesmannschaft mit jeweils acht bis zehn Teilnehmer/innen zu. In der vorangehenden Woche wurde den Kindern ihre jeweiligen Mannschaft bekanntgegeben, sodass wir am Montagmorgen sofort beginnen konnten. Gleichzeitig bereitete sich jede/r Pädagog/in auf das Land vor, das sie oder er die gesamte Woche über betreuen würde. Das bedeutete, sich Bücher, Lexika, Anschauungsobjekte etc. zu beschaffen, um für die Arbeit der Kinder am ersten Tag genügend Material zur Verfügung stellen zu können. Der Stationenlauf wurde in einer gemeinsamen Dienstrunde zeitlich und inhaltlich organisiert und die Rahmenbedingungen festgelegt. Zwei Pädagogen strukturierten diesen dann. Für die Länderflaggen wurden weiße Stoffbahnen zum Bemalen vorbereitet und an einem Stock befestigt. Der Sportplatz wurde angemietet sowie die Versorgung der Kinder mit Essen und Trinken während des Sportfestes abgesichert. Für die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung benötigten wir die Technik zum Beschallen und ein Mikrofon. Für alle Kinder wurden Teilnahmemedaillen bestellt und ebenfalls für die Siegermannschaften Medaillen in Gold, Silber und Bronze. Alle Kinder trafen sich am Montagmorgen in den jeweiligen Ländergruppen und wussten mit diesem ersten Zusammentreffen, mit wem man die Woche verbringen und arbeiten würde. Die erste Arbeitszeit wurde genutzt, um sich über das jeweilige Land zu informieren, das man als Mannschaft vertreten durfte. So wurde die Lage des Landes im Atlas oder auf der Weltkarte gesucht, die Hauptstadt, der größte Berg und Fluss erkundet, die Sehenswürdigkeiten zusammengetragen und ein Nationalgericht herausgefunden. Gleichzeitig malten die Kinder die weißen Stoffflaggen in den jeweiligen Landesfarben an. Auch ein Teil eines Ringes musste in einer bestimmten Farbe bemalt werden. Nun begann die große Eröffnungsveranstaltung im Freigelände der Schule mit dem Einmarsch der Ländermannschaften, voran die/der Fahnenträger/in. Jede Mannschaft wurde begrüßt und stellte sich an einem zugewiesenen Platz auf. Nachdem ein Pädagoge über die Olympischen Spiele, deren Geschichte und Gegenwart gesprochen hatte, stellten sich die einzelnen Länder mit ihren Besonderheiten kurz vor. An einer Weltkarte wurde das Land durch ein Fähnchen gekennzeichnet, um einen Überblick der teilnehmenden Länder zu bekommen. Gleichzeitig wurde der Teil des olympischen Ringes gelegt, sodass zum Schluss alle fünf Ringe geschlossen vorhanden waren. Bis zum Schluss – dem Höhepunkt – wurde geheim gehalten, wer als Fackelträger das Feuer entzünden durfte. Mit großem Applaus wurde das Feuer empfangen und feierlich zur Hymne der Nationen entzündet. Der olympische Eid wurde von Kindern in Deutsch und Englisch gesprochen. Der abschließende Beifall und Jubel eröffnete die Woche.

Probleme und Lösungen

Die Befürchtungen, dass Kinder des ersten Jahrgangs die zeitlichen Rahmenbedingungen von vier Arbeitsstunden am Tag (davon knapp zwei Zeitstunden hintereinander) nicht durchhalten und mit den ungewohnten Arbeitsformen sowie der neuen Gruppe überfordert sein würden, bestätigten sich nicht. Im Gegenteil: Es gab keine Angstschwelle der Kleinen gegenüber den Großen. Fast schon liebevoll halfen die Jugendlichen den jüngeren Mannschaftsmitgliedern beim Schuhezubinden, bei der Raumsuche etc. Nur zwei große Schüler stellten sich als ungeeignet für die Rolle als Mannschaftsleiter heraus. Mit beiden wurde ein Gespräch geführt. Sie erhielten keine Teilnahmemedaillen in der Abschlussveranstaltung. Die anderen Mannschaftsmitglieder wurden noch einmal gesondert gewürdigt.

Blitzlicht

Es war für alle ein erhebendes Gefühl, erstmalig als große Schulgemeinschaft so eng beieinander zu stehen und sich auf einen gemeinsamen Weg zu begeben.

Schule

Offene Ganztagsschule Franz von Assisi – Staatlich genehmigte Grund- und Regelschule
Grund- und Regelschule in freier Trägerschaft

Offene Ganztagsschule Franz von Assisi Humboldtstr. 2 98693 Ilmenau Tel. 03677-20 32 73

E-Mail: sekretariat@assisi-schule.de

Anzahl der Schüler*innen:

150


Anzahl der Lehrer*innen: 14
Sonstiges pädagogisches Personal:

10 Erzieher/innen, sonderpädagogische Fachkräfte und Freiwilliges Soziales Jahr

Spezieller pädagosicher Ansatz

reformpädagogisches Gesamtkonzept mit Elementen aus Montessori, Jena-Plan, Waldorf, Freinet; Integration verhaltensauffälliger, lernbehinderter und körperlich beeinträchtigter Schüler/innen

Zeitstruktur der Woche

8–10 Uhr: 1. Arbeitsphase Frühstück und Freizeit 11–12.15/13 Uhr: 2. Arbeitsphase Mittag und Freizeit 14–15/15.30 Uhr: 3. Arbeitsphase (nicht an allen Tagen) Betreuungsangebot von 7–17 Uhr

Beteiligung an Netzwerken

Jenaplan-orientierte Schulen in Thüringen

Beteiligung an Programmen

Comenius

Beteiligung an Modellversuchen

Schulversuch „Offene Ganztagsschule als innovatives Modell im Grundschulbereich in Thüringen“

Beteiligung an Wettbewerben

Mathematikolympiaden auf Kreis- und Landesebene; Känguru-Wettbewerb; Kunst-Wettbewerbe

Sozialraum

randstädtisch; sozialer Brennpunkt; großes Einzugsgebiet, da Schule in freier Trägerschaft

Zusammensetzung

integrative Gemeinschaft Hochbegabter und Lernbehinderter in allen Jahrgangsstufen

Beteiligung an Besonderheiten

Schwerpunkte des Schulkonzepts: Kreativität, Gemeinschaft, Ökologie; durchgehendes Konzept aller Jahrgänge: themenzentriertes Arbeiten, selbstständige Wochenplan- und Projektarbeit, Lernen in jahrgangsübergreifenden Stammgruppen, Einschulung im August

Autor(en): Gundula Rieche