Berufsorientierung als Querschnittsthema an der Mathilde-Anneke-Schule Sprockhövel

Jugendliche haben Spaß
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Daten und Fakten
Schulform: Hauptschule Ganztagsschulform: erweiterter Ganztag
Schülerinnen und Schüler: 268 Lehrkräfte: 38 (inklusive Sonderpädagoginnen und -pädagogen)
Weiteres päd. Personal: 2 Schulsozialarbeiter, 6 Integrationshelfer

Ab der fünften Klasse ist die Berufswahlvorbereitung zentrales Element und Querschnittsaufgabe der pädagogischen Arbeit an der Ganztagshauptschule in Sprockhövel. Die Schülerinnen und Schüler bei dem wichtigen Schritt der Berufswahl zu unterstützen und stufenweise die gesamte Schulzeit hierfür zu nutzen, ist eine tragende Säule des Schulprogramms. Grundlage hierfür stellt das individuelle Interesse an den Tätigkeiten, die ein Beruf bietet, dar. Diese gilt es zu ergründen. Es geht um eine Berufsorientierung, die direkt an den individuellen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen ansetzt. Frühe eigene Erfahrungen in der Arbeitswelt und praktisches Arbeiten im Unterricht schärfen den Blick für die eigenen Fähigkeiten, die später durch die Betriebspraktika konkretisiert werden. Durch Praktika und Schnupperangebote sowie berufspraktischen Unterricht in den Klassenstufen fünf bis neun lernen die Schülerinnen und Schüler unterschiedlichste Arbeitsfelder kennen. Dabei wird die Schule von 75 regionalen Kooperationsbetrieben unterstützt.

Schnuppern – Orientieren – Erproben

In den Jahrgängen fünf bis sieben geht es um eine erste allgemeine Orientierung im Arbeitsleben, um ein Hineinschnuppern in verschiedene Berufsfelder. Erfahrungen zu machen und die eigenen Fähigkeiten und Interessen auszuloten ist das Ziel für die jüngeren Jahrgänge, vor allem auch im Unterricht. Die praktischen Fächer wie Technik, Hauswirtschaft und Informatik erhalten einen hohen Stellenwert, ebenso wie die Wahlpflichtfächer. Im fünften Jahrgang gehören gemeinsam geplante Unterrichtsprojekte in Zusammenarbeit mit betrieblichen Kooperationspartnern und ein Schnuppertag am Arbeitsplatz der Eltern zum Programm. Hinzu kommen der Girl’s bzw. Boy’s Day und in der siebten Klasse Betriebserkundungen in Kleingruppen. Sämtliche Aktivitäten werden im Unterricht vor- und nachbereitet.
Ab der achten Klasse wird es dann konkreter: Die Jugendlichen lernen im berufsvorbereitenden Unterricht Berufsfelder und Einzelberufe kennen. Zudem dient der achte Jahrgang der Orientierung. Neben einer halbjährlichen Berufswahlberatung durch den Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin nehmen die Schülerinnen und Schüler an einer Potenzialanalyse und daran angelehnt an einer dreitägigen Berufsfelderkundung teil. Die Erfahrungen daraus bilden die Grundlage für zwei einwöchige Praktika.
Im neunten Jahrgang geht es dann um das praktische Erproben und erste eigene Erfahrungen in der Berufs- und Arbeitswelt in einem dreiwöchigen Betriebspraktikum. Hinzu kommen in den beiden Abschlussjahrgängen neun und zehn viele zusätzliche Projekte wie eine wöchentliche Berufswahl-AG mit integriertem Benimmkurs und Selbstbewusstseinstraining. Informationen zu Ausbildungsberufen erhalten die Jugendlichen bei Besuchen beim Berufsinformationszentrum (BIZ), Berufs- und Ausbildungsmessen sowie Veranstaltungen weiterführender Schulen und der Agentur für Arbeit.
Ein Ganzjahrespraktikum im selbst gewählten Berufsfeld bildet den Höhepunkt des Berufsorientierungs-Curriculums in der zehnten Klasse. Die Basis der Auswahl stellen die Erfahrungen in den vergangenen fünf Schuljahren und die dabei ausgebildeten und erweiterten Interessen und Kompetenzen der Jugendlichen dar.
Auf eine zweiwöchige Blockphase zu Beginn des Schuljahres folgt ein Tagespraktikum jeden Donnerstag über das gesamte Schuljahr hinweg. Begleitet werden die Schülerpraktikantinnen und -praktikanten von einer Lehrkraft und einem Betreuer aus dem Betrieb. Gerahmt wird das Praktikum durch fortlaufende individuelle Dokumentation, Reflexion und Präsentation im Rahmen des Unterrichts.
Um den Praktikumstag fest in die Stundentafel integrieren zu können, werden die Stundenpläne der zehnten Klasse um sechs Schulstunden gekürzt. Ohne Ganztagsbetrieb wäre das kaum leistbar. In ihrem zumeist letzten Schuljahr an einer allgemeinbildenden Schule erhalten die Jugendlichen die Gelegenheit, intensiv und über einen langen Zeitraum hinweg, einen Betrieb mit seinen Arbeitsabläufen und Kollegen kennen zu lernen. Der wöchentliche Praktikumstag schafft Kontinuität und stärkt das Durchhaltevermögen.

Berufsorientierung als Lebensorientierung

Die Ganztagshauptschule in Sprockhövel bietet Berufsorientierung von Anfang an. Kompetenzorientierung und frühe Praxisaufenthalte schaffen eine stabile Basis für die spätere Berufswahl.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Berufsorientierungs-Curriculums ist die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Schule und Betrieben, die eine engmaschige Betreuung gewährleistet. Regelmäßiges Feedback und Gespräche sowie die schulische Vor- und Nachbereitung helfen dabei, das Gelingen der Praktika etc. zu sichern. Dadurch wird negativen Einflussfaktoren, wie zu hohen Erwartungen, Resignation und Über- oder Unterforderung, entgegengewirkt und die Abbrecherquote gering gehalten.
Der Erfolg kann sich sehen lassen. Häufig mündet das Jahrespraktikum mittlerweile für viele Jugendliche in einen Ausbildungsvertrag: rund 50% der Absolventinnen und Absolventen starten direkt in eine Ausbildung!
 

Adresse
Dresdener Str. 45, 45549 Sprockhövel
149548@schule.nrw.de

Material

Berufswahlkonzept