Auf zu neuen Ufern

Projektdaten

Klassenstufen: 9-10
Anzahl der Schüler: 1 Klasse
Anzahl der Lehrer: ca. 6
Fachbereiche: Biologie, Englisch, Erdkunde
Wochenstunden: 2

Die Auguste Viktoria Schule ist Initiatorin der internationalen Baltic Sea Conference und hält damit das Interesse der Schüler/innen an ökologischen Themen wach

Das Projekt

Die Konferenzen finden seit 1996 jährlich in einem der teilnehmenden Länder statt und dauern jeweils fünf Tage. Wir kooperieren mit Schulen in Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden. Von jeder Schule reisen in der Regel zwei Lehrkräfte und sechs bis acht Schüler/innen an. Je nach Land wird die Konferenz in einer Schule oder Jugendherberge abgehalten. Die Vorbereitung findet im Rahmen von Projektunterricht in den Fächern Englisch und Biologie bzw. Erdkunde statt und nimmt etwa ein halbes Jahr lang zwei Schulstunden pro Woche in Anspruch. Die Schüler können sich innerhalb des vorgegebenen Themas ihren Schwerpunkt selbst legen. Sie erarbeiten in kleinen Gruppen die Themen selbstständig und stellen ihre Ergebnisse auf Englisch der Klasse vor. An der Vorbereitung des Beitrags der deutschen Schule ist die ganze Klasse beteiligt. Zur Konferenz können jedoch nur sechs bis acht Schüler reisen. Diese Auswahl stellt aber kein Problem dar, da die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler recht hoch sind. Sie müssen die Ergebnisse in englischer Sprache präsentieren und darüber diskutieren. Es wird ein hohes sprachliches Niveau erwartet, daran ist immer nur ein geringer Teil der Schülerschaft interessiert. Findet die Konferenz in Deutschland statt, laufen die Vorbereitungen über nahezu ein ganzes Schuljahr. Am Jugendparlament nimmt dann die ganze Klasse teil. Auch werden zahlreiche Lehrkräfte in die Vorbereitungen einbezogen. So entwirft zum Beispiel die Kunstlehrerin mit der Klasse die Einladungen und Plakate, der Musiklehrer übernimmt die Vorbereitung des musikalischen Rahmenprogramms und die Geschichtslehrerin bereitet die Schülerinnen und Schüler auf das Jugendparlament vor. Auch andere Klassen nehmen teil und bieten dann zum Beispiel Schul- oder Stadtführungen an.

Der Auslöser

Eine Biologielehrerin des Gymnasiums stellte vor längerer Zeit ein abnehmendes Interesse ihrer Schüler/innen an ökologischen Themen fest. Um dieses Interesse erneut zu wecken, kam sie auf die Idee, Umweltschutz und internationale Arbeit miteinander zu verbinden. Sie suchte hierzu über das „Europäische Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen“ Kontakt zu Schulen, die bereit waren, an einem gemeinsamen Projekt teilzunehmen. Da das Gymnasium in Norddeutschland liegt, bot sich ein Thema mit Bezug auf das Meer an. So begann die internationale Kooperation mit dem Thema „Unsere Ostsee – nur ein Meer ... oder mehr“ im Jahr 1995 gemeinsam mit Schulen in Finnland, Estland, Lettland und Litauen. Mit diesen vier Schulen veranstaltete das Gymnasium 1996 eine erste internationale Jugendkonferenz und plante im Anschluss daran eine weitere Zusammenarbeit.

Der Weg

Die Baltic Sea Conference hat immer die Ostsee bzw. die Probleme der baltischen Region zum Thema, meist geht es um ökologische oder soziale Fragen. Die Schülerinnen und Schüler der einzelnen Schulen erarbeiten ein gemeinsames Thema und präsentieren ihre Ergebnisse dann bei der Konferenz. Neben der Vorstellung der Projektergebnisse werden auch Workshops wie beispielsweise Coastwatch Europe veranstaltet. Außerdem bereitet die veranstaltende Schule gemeinsam mit allen Teilnehmern ein kulturelles Rahmenprogramm vor. Über jede Konferenz wird ein Film gedreht, und es entsteht ein Heft, in dem die teilnehmenden Schüler/innen über ihre Eindrücke berichten. Seit einigen Jahren findet im Rahmen der Konferenz ein Jugendparlament statt, bei dem die Jugendlichen über eine fiktive Gesetzesänderung in Hinblick auf eine mögliche gemeinsame europäische Gesetzgebung beraten. Für die Diskussionen im Jugendparlament schlägt die vorbereitende Schule ein fiktives Gesetz vor (zum Beispiel im Rahmen der Jugendschutzgesetze) und schickt es an die anderen Schulen. Jede Schule arbeitet für die Konferenz eine Stellungnahme aus und stellt diese dann vor. Im Anschluss verteilen sich die Schüler in international gemischten Gruppen und diskutieren den Vorschlag und die Stellungnahmen. Anschließend gehen alle Jugendlichen wieder in ihre Ländergruppe zurück und beraten, ob sie bei ihrer Stellungnahme bleiben oder ob sie sich dem Vorschlag eines anderen Landes anschließen. Zum Schluss wird über die fiktive Gesetzesänderung abgestimmt.

Probleme und Lösungen

Finanziert wurden Lehrerzusammenkünfte, Material und Reisekosten für einige Schüler/innen zur Konferenz seit 1999 aus Mitteln des Comenius-Projekts (für Länder, die offizielle Comenius-Partner sind) sowie über eine Förderung aus dem Osteuropa-Fond der Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese Förderung wurde kürzlich eingestellt, was für die osteuropäischen Schulen problematisch war. Unterstützung erhielt das Projekt im Jahr 2003 durch die Bingo-Umweltlotterie Schleswig-Holstein. Sie stellte für die Konferenz 8000 Euro zur Verfügung. Diese Mittel wurden für Transport, Unterkunft und Verpflegung verwendet.

Blitzlicht

Die letzte Konferenz fand vom 23. bis 27. September 2004 in Polen statt.

Schule

Auguste Viktoria Schule
Gymnasium

Auguste Viktoria Schule Südergraben 34 24937 Flensburg

E-Mail: schule@avs.flensburg.de

Anzahl der Schüler*innen:

869


Anzahl der Lehrer*innen: 55
Sonstiges pädagogisches Personal:

5 Referendar/innen

Spezieller pädagosicher Ansatz


Zeitstruktur der Woche

7.45–13 Uhr: Kernzeit

Beteiligung an Netzwerken

Europäisches Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen (ENHPS)

Beteiligung an Programmen

BLK „21“ (Bildung für eine nachhaltige Entwicklung)

Beteiligung an Modellversuchen

Gesundheitsförderung im schulischen Alltag; OPUS

Beteiligung an Wettbewerben

Verein Praktisches Lernen und Schule; 1st European Health Education Award in Lyon, Frankreich; Ostsee-Preis der Prof. Dr. Werner Petersen Stiftung, Kiel

Sozialraum

städtisch

Zusammensetzung


Beteiligung an Besonderheiten

Verleihung des Innovationspreises für das gesamte Schulprogramm von der Stadt Flensburg (Projektschule)

Autor(en):