Workshops auf dem Transferforum

Workshops auf dem Transferforum

Auch in diesem Jahr dienten die Workshops dem praxisnahen und interaktiven Austausch zu Lösungsansätzen bei der Ganztagsschulentwicklung. Erfahrene Ganztagsschulen und ihre Partner sowie Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft luden die Teilnehmenden ein, spannende Fragestellungen der Ganztagsschule zu diskutieren.

Workshop 1: Kompetent unterstützt und professionell gesteuert – die Unterrichtsentwicklung in Ganztagsschulen voranbringen

Referentin und Referent:

Renate Buschmann und Jochen Arlt, Referenten im Rahmen der Akademie des Deutschen Schulpreises

Schulleitungen, die an ihren Schulen die Weiterentwicklung des Unterrichts gezielt befördern und unterstützen möchten, wissen, dass hierfür ein langer Atem vonnöten ist. Die Prozesse sind vor allem dann wirksam, wenn sie professionell gesteuert, kompetent unterstützt und von allen Beteiligten als gemeinsamer schulischer Entwicklungsprozess akzeptiert werden. Mit diesem Wissen stehen Schulleitungen vor (mindestens) drei großen Herausforderungen: Wie gelingt es, Akzeptanz bei den Beteiligten zu erreichen? Wer kann eine kompetente Unterstützung über einen längeren Zeitraum leisten? Wie kann eine professionelle Steuerung aussehen? Renate Buschmann und Jochen Arlt geben Anregungen zu möglichen Lösungswegen am Beispiel der Pädagogischen Werkstatt „Individualisierung/ Heterogenität“ der Robert Bosch Stiftung. Die Werkstatt wird in Kooperation mit Schulen und Lehrerbildungseinrichtungen derzeit in Berlin und anderen Bundesländern durchgeführt.

Workshop 2: Eine neue Lernkultur – wie der digitale Alltag das Leben verändert

Referenten:

Can Erdal, Squirrel & Nuts GmbH

Andreas Hofmann, Waldschule Hatten

Medien bestimmen den Alltag von Kindern und Jugendlichen und sind auch aus der Schule nicht mehr wegzudenken. Wenn das Internet als Werkzeug für aktives und selbst gesteuertes Lernen Einzug in die Klassenzimmer hält, verändern sich auch Lernsettings und Aufgabenstellungen. Die Lehrkräfte stehen vor großen Herausforderungen: Wie sehen Lernsettings aus, wenn Tablets und Notebooks den Unterricht ergänzen? Wie verändert sich die Aufgabenkultur? Bieten digitale Medien das Potenzial, Jungen und Mädchen gleichermaßen für das Lernen zu motivieren? Wo liegen die Grenzen des Googelns? Can Erdal von der Agentur Squirrel & Nuts kennt sich mit der digitalisierten Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen aus. Er legt dar, wie sich Identitätsbildung, Sprachbildung und das soziale Lernen unter den Vorzeichen der digitalen Welt verändern. Andreas Hofmann, Lehrer und medienpädagogischer Berater für digitale Medien, hat in der Waldschule Hatten Tablet-Klassen etabliert. Er plädiert für einen zielgerichteten Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

 

Moderation: Tanja Klockmann, Serviceagentur „Ganztägig lernen” Schleswig-Holstein und Marcel Korth, Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Brandenburg

Workshop 3: Mit forschendem Lernen Kompetenzen fördern – wie Lernen spannend und lebensnah wird

Referentinnen:

Ruth Jakobi, Grundschule Forsmannstraße Hamburg

Dr. Kristina Calvert, Philosophieren mit Kindern Hamburg e. V.

Forschendes Lernen knüpft an die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen an und kann überall stattfinden – in der U-Bahn, im Museum, auf dem Sportplatz. Aber wie verbindet man die Forscherfragen der Schülerinnen und Schüler mit fachlichen Anforderungen? Wie gestaltet sich der Kompetenzerwerb? Wie sieht die Rolle von Lehrkräften beim forschenden Lernen aus? Ruth Jakobi, Schulleiterin der Grundschule Forsmannstraße, und Dr. Kristina Calvert, Kinderphilosophin, Dozentin und Autorin, sind Expertinnen auf dem Gebiet des forschenden Lernens. Sie wollen Pädagoginnen und Pädagogen ermutigen, den Kindern und ihren Fragen Freiräume und Denkmöglichkeiten einzuräumen. In der Grundschule Forsmannstraße wird dieser Ansatz konsequent verfolgt: Die Kinder arbeiten ein halbes Jahr lang an ihrer Forscherfrage und präsentieren dann den Mitschülerinnen und Mitschülern ihre Ergebnisse in selbst gewählter Form.

 

Moderation: Andrea Blaneck, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Workshop 4: Bildung gemeinsam gestalten – wie Kooperation und multiprofessionelle Zusammenarbeit die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern unterstützen

Referentinnen:

Kathrin Haase, Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Mühlenbeck

Dr. Bettina Labahn, Evangelische Schule Neuruppin

Wenn es um die Angebotsqualität und -vielfalt, die Lernkultur und die Lebensweltorientierung einer Ganztagsschule geht, kommt es auf eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten an. Das geht nicht ohne intensive Kooperationsbeziehungen mit Kolleginnen und Kollegen, anderen Professionen und außerschulischen Kooperationspartnern: Worin sind außerschulische Partner gut, worin ist die Schule gut? Wie arbeiten Teams nicht nebeneinanderher, sondern miteinander? Wie sehen Bildungsprozesse aus, die die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstwirksamkeitserfahrungen von Kindern und Jugendlichen unterstützen? Kathrin Haase, Schulleiterin der Gesamtschule Mühlenbeck, lässt die Teilnehmenden an ihren Erfahrungen mit regionalen Kooperationspartnern teilhaben. Die Evangelische Schule Neuruppin hat die multiprofessionelle Zusammenarbeit fest in ihren Schulalltag integriert. Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Bettina Labahn schildert an einem konkreten Fall, wie die Zusammenarbeit den Schulalltag bereichern kann.

Material aus dem Workshop

Präsentation Evangelische Schule Neuruppin

Präsentation Gesamtschule Mühlenbeck

Moderation: Ute Krümmel, Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Brandenburg

Workshop 5: Wie wird aus einem Halbtagsschüler ein guter Ganztagsschullehrer?

Referentinnen:

Dr. Sabine Schweder und Dr. Anne Heller, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Zukünftige Lehrerinnen und Lehrer sind meist in Halbtagsschulen groß geworden. Ein Praxisschock ist vorprogrammiert, wenn sie sich im Laufe ihrer Ausbildung nicht mit der Ganztagsschule und ihrer Rolle als Ganztagsschullehrkraft auseinandersetzen. Immer mehr Universitäten und Hochschulen haben dies erkannt und ihr Spektrum an Lehr- und Lernangeboten um ganztagsschulspezifische Themen erweitert. Wie können Lehramtsstudierende für die Ganztagsschule begeistert werden? Wie gewinnen sie einen realen Einblick in die Ganztagsschulpraxis? Wie gelingt die Verzahnung zwischen Ausbildung und Praxis? An der Universität Greifswald wurden auf diesem Gebiet schon viele Erfahrungen gesammelt. Dr. Sabine Schweder und Dr. Anne Heller vom Lehrstuhl für Schulpädagogik verdeutlichen an konkreten Beispielen, wie sowohl werdende Lehrerinnen und Lehrer als auch Praktikerinnen und Praktiker von einem zielgerichteten Austausch in der Lehrerausbildung profitieren können.

 

Moderation: Dirk Kollhoff, Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Mecklenburg-Vorpommern

Workshop 6: Frei- und Rückzugsräume in der Ganztagsschule – ein Qualitätsmerkmal

Referentin und Referenten:

Prof. Dr. Ahmet Derecik, Universität Osnabrück

Linda Berghäuser, Schülerin des Burggymnasiums Essen und Vorstand des SV-Bildungswerks

Joshua Engels, Schüler der Wilma-Rudolph- Oberschule Berlin und SV-Berater

Kinder und ganz besonders Jugendliche brauchen Spielräume, Zeit und Raum ohne Erwachsene, die sie unbeaufsichtigt und eigenständig gestalten können. Ganztagsschule steht in der Kritik, zu viel zu regeln und zu pädagogisieren. Wieviel freie Zeit sollte man Jugendlichen in der Schule ermöglichen? Wieviel traut man ihnen zu? Welche Entscheidungen über die Gestaltung ihrer Zeit werden von Jugendlichen mitverantwortet oder allein getroffen? Prof. Dr. Ahmet Derecik forscht an der Universität Osnabrück zu informellen Lerngelegenheiten an Ganztagsschulen und berichtet über entwicklungsorientierte Gestaltungshinweise bei Fragen der Raumgestaltung. Linda Berghäuser ist Schülerin des Burggymnasiums Essen und im Vorstand des SV-Bildungswerks tätig. Gemeinsam mit Joshua Engels, SV-Berater und Schüler der Wilma-Rudolph-Oberschule Berlin, stellt sie dar, welche Freiräume Jugendliche brauchen und wie diese aussehen könnten.

 

Material aus dem Workshop

Moderation: Nicola Andresen, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung