Individualisiertes und kompetenzorientiertes Lernen – Das Logbuch der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen (GGSNK)

Individualisiertes und kompetenzorientiertes Lernen
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Daten und Fakten
Schulform: Gemeinschaftsschule (Kl. 5-10)
Ganztagsschulform: gebunden Schülerinnen und Schüler: 720 Lehrerinnen und Lehrer: 64
Weiteres pädagogisches Personal und externe Partner: Heilerziehungspfleger, Förderschullehrer, Montessori-Pädagogen, Ergotherapeuten

Bereits seit 2005 arbeitet die Gemeinschaftsschule Neunkirchen mit Methoden des selbstorganisierten Lernens (SOL). Auslöser hierfür war die sehr große und vielfältige Heterogenität der Schülerschaft, die neue Lernformen erforderlich machte, damit jeder Jugendliche den für sich besten Schulabschluss erreichen konnte.

Bei der Öffnung des Unterrichts setzt die Schule neben Lernformen des individualisierten Lernens auch auf das Üben mit differenzierten, kompetenzorientierten Lernplänen. Dazu gehört auch eine individuelle Reflexion des eigenen Lernens durch die Schülerinnen und Schüler selbst. Hierfür hat die Schule ein Logbuch erarbeitet und eingeführt, in dem die Kinder und Jugendlichen ihre Arbeitsprozesse dokumentieren und bewerten.

Das Logbuch: Werkzeug und Begleiter

Das Deckblatt ziert ein zur Rakete stilisierter Bleistift, der wohl in Richtung Lernerfolg startet. Wenn die Schülerinnen und Schüler das bunt gestaltete Buch aufschlagen, erhalten sie eine Einführung, wie die Arbeit mit dem Logbuch funktioniert und was sie davon haben. Ein Werkzeug soll es sein, das sie in ihrem selbstorganisierten Schultag unterstützen soll.
Auf einen Jahreskalender und das aktuelle Stundenraster folgt das eigentliche Kernstück des Logbuchs, die Wochenseiten. Für jede Schulwoche ist eine Doppelseite vorgesehen.
Zu Beginn jeder Woche tragen die Schülerinnen und Schüler ihre Lernziele für die Woche ein. Hierfür sind mehrere Zeilen am Seitenanfang vorgesehen – quasi als Überschrift für die Lernwoche. Für jeden Tag und in jeder Unterrichtsstunde notieren sie dann, an welchem Thema sie gerade arbeiten und welche Arbeitsaufträge zu erledigen sind. Ist noch etwas über die Unterrichtszeit hinaus zu erledigen, wird die Aufgabe in die Rubrik „to Do“, die neben jedem Wochentag zu finden ist, eingetragen. Am Ende jedes Tages bewerten die Schülerinnen und Schüler ihr Arbeiten anhand eines Säulendiagramms, das vier Bewertungsstufen vorgibt. Als ständiger Begleiter im Unterricht gibt das Logbuch Struktur und lässt Lernwege nachvollziehen.
An jedem Freitag nimmt jede/r einen individuellen Wochenrückblick vor und überprüft die Erreichung der am Anfang der Woche selbstgesteckten Ziele. Neben den Lernzielen gehört auch „der Respekt gegenüber meinen Mitschülern“ zur Wochenreflexion, der entweder positiv mit dem Symbol sich schüttelnder Hände oder negativ mit einem nach unten deutenden Daumen bewertet werden kann. Die Einschätzung des Umgangs mit Arbeitsmaterialien ist die dritte Kategorie. Neben der Selbstreflexion gibt auch die Lehrkraft ein Wochenfeedback. Alle Eintragungen werden den Eltern vorgelegt, welche wöchentlich unterschreiben.
Auf den letzten Seiten des Logbuchs finden die Schülerinnen und Schüler Raum für Notizen und die wichtigsten Telefonnummern vom Schulleiter über die Mensa bis hin zum Anbieter des ÖPNV.

Deine Arbeit - Deine Verantwortung

Das selbstorganisierte Lernen ist das wichtigste Unterrichtsprinzip an der GGSNK. Jeder Schüler und jede Schülerin soll hier die Möglichkeit erhalten, in seinem/ihrem eigenen Tempo und orientiert an den eigenen Kompetenzen zu lernen.

Neben Arbeitsinstrumenten wie dem Logbuch hat die Ganztagsschule auch bauliche Maßnahmen ergriffen, um das individuelle Lernen bestmöglich zu unterstützen. So wurden Lerninseln in den Fluren geschaffen, auf die sich einzelne Schülerinnen und Schüler oder Kleingruppen zurückziehen können. Zudem wurde ein Montessori-Lernatelier eingerichtet.

Für die Lehrkräfte bedeutet die Öffnung des Unterrichts ein hohes Maß an Vertrauen in die Schülerschaft und die Neudefinition ihrer Lehrerrolle. Einen großen Teil der Verantwortung für die eigenen Arbeitsprozesse übergeben sie an die Lernenden. Sie selbst werden zu Lernbegleiterinnen und –begleitern, die den Schülerinnen und Schülern bei Bedarf zur Seite stehen. Die Arbeit mit dem Logbuch setzt voraus, dass die Lernenden ehrlich zu sich selbst sind, sich bei der Bearbeitung von Arbeitsaufträgen selbst zu helfen wissen und sich auch einmal an schwieriges Terrain heran wagen.

Erlebtes Vertrauen in die eigenen Kompetenzen schafft Selbstvertrauen und Motivation. Das Logbuch bringt es so auf den Punkt: „Du hast dein Lernen jetzt selbst in der Hand!“.

 

Adresse
 
Haspelstraße 66538, Neunkirchen
info@ggsnk.de

 

Material zum Download

Logbuch Basis