Kompetenzorientierung an der Astrid-Lindgren-Schule Bremerhaven

Zwei Schüler sitzen auf einer Wiese
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Daten und Fakten
Ganztagsschulform: gebunden Schülerinnen und Schüler: 245 Lehrerinnen und Lehrer: 23
Weiteres päd. Personal: 10

Wie kann der jeweilige Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler erfasst werden? Welche Kompetenzen sollen abgefragt werden? 

Und wie können die Kinder selbst aktiv in den Bewertungsprozess eingebunden werden? Das Kollegium der Astrid-Lindgren-Schule wollte weg von der reinen Abfrage von Lernergebnissen, hin zur Dokumentation individueller Lernprozesse.
Dafür reichten die vorhandenen Formulare zur Leistungsdokumentation der Kinder nicht aus – Alternativen mussten her! Die Schule entwickelte ihre eigenen Bewertungstools, die „Lernblumen“ und „Frühblüher“.

Blühende Kompetenzfelder

Auf hochformatigen Postern ranken sich die „Lernblumen“ um die unterschiedlichen Kompetenzfelder, die Schritt für Schritt von den Kindern erreicht werden. Auf den Blättern der Blumen sind diese eingezeichnet, wie z.B. in Deutsch: „Ich kenne alle Buchstaben und die dazugehörigen Laute“ oder in Mathematik „Ich löse Multiplikations- und Divisionsaufgaben handelnd und rechnerisch“. Die Lerninhalte werden nach Klassenstufen mit kindgerechten Motiven kenntlich gemacht. Auf den Rückseiten der „Lernblumen“ sind die Lernziele gemäß den vom Land vorgegebenen Rahmenlehrplänen für die Klassenstufen 1/2 und 3/4 aufgeführt.
Die „Frühblüher“ sind den „Lernblumen“ inhaltlich vorgelagert. Es geht um die Basics, etwa „Ich kann abgebildete Reimpaare finden“, „Ich kann einen Stift richtig halten“ im Bereich Deutsch oder im Bereich Mathe „Ich kann bis 10 vorwärts zählen“. Die Kompetenzfelder wurden hier von dem Team der Sonderpädagoginnen der Schule entwickelt.

Lernentwicklungsdokumentation gemeinsam mit den Kindern

Zu Beginn des ersten Schuljahres wird der Leistungsstand eines jeden Kindes durch die „Frühblüher“ ermittelt. Welche Kompetenzen bringt das Kind mit? Was kann es schon? Wo kann angesetzt werden? Der Ausgangspunkt des individualisierten Lernens. Später ermöglichen die „Lernblumen“ Kindern wie Pädagogen einen anschaulichen und schnellen Überblick über ihre Fähig- und Fertigkeiten in Deutsch und Mathematik. Die Kinder sollen differenzierte Lernwege finden können, die ihren Fähigkeiten und ihrem Arbeitstempo entsprechen, kompetenzorientiertes Lernen wird so möglich gemacht.
Die individuell ausgefüllten „Lernblumen“ sowie sämtliche Arbeitsergebnisse der Kinder werden in Portfolios gesammelt. Diese dienen der Leistungsdokumentation und als Grundlage für Elterngespräche. Um die Kinder zu beteiligen, wurden Kindersprechtage eingeführt, bei denen sie ihre Leistungen mit Hilfe der „Lernblumen“ selbst einschätzen und mit den Lehrkräften und Pädagoginnen und Pädagogen besprechen können. Die Individualisierung des Lernens wird durch transparente und strukturierte Kommunikationsprozesse flankiert. Die Ergebnisse münden in Lernentwicklungsberichten, nicht in Zensuren.
„Unterschiedlichen Begabungen müssen unterschiedliche Anforderungen gegenüber stehen“, ist auf der Homepage der Schule zu lesen. Individualisiertes Lernen und kompetenzorientierter Unterricht sollen die Kinder motivieren, sich Anforderungen zu stellen und Leistungen gemäß ihres individuellen Vermögens zu zeigen.

Material zum Download
Frühblüher Mathe
Frühblüher Deutsch
Lernblumen Mathe
Lernblumen Deutsch