„Berufsfrühorientierung und Praxislernen“ – Ein Lehrgang an der Freiherr-von-Rochow-Oberschule Pritzwalk

„Berufsfrühorientierung und Praxislernen“
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Daten und Fakten
Schulform: Oberschule (Klasse 7 -10)
Ganztagsschulform: gebunden Schülerinnen und Schüler: 440 Lehrkräfte: 35
Weiteres päd. Personal: 4

Als Oberschule im ländlichen Raum den Schülerinnen und Schülern ein breites Spektrum an berufsorientierenden Maßnahmen und Erfahrungen ermöglichen – das ist das erklärte Ziel der Freiherr-von-Rochow-Schule. Sie entwickelte dafür den Lehrgang „Berufsfrühorientierung und Praxislernen“ für die Klassenstufen sieben bis zehn und kooperiert in dem Zusammenhang mit 52 Betrieben und Einrichtungen der Region. Was für die Schülerinnen und Schüler eine kompetenzorientierte Berufsorientierung mit enger Anbindung an die Berufspraxis ist, ist für die Betriebe ein nicht zu verachtender Pool an zukünftigen Auszubildenden.


Berufsorientierung als Lehrgang: Theorie und Praxis

Der Lehrgang „Berufsfrühorientierung und Praxislernen“ ist an der Freiherr-von-Rochow-Oberschule obligatorisch. In der siebten und achten Klasse starten die Schülerinnen und Schüler bei einem Träger der beruflichen Bildung in den Berufsfeldern Holz- und Metallverarbeitung, Floristik und Elektronik. Zwei Stunden pro Woche werden klassenübergreifende Teams von einem Lehrmeister des entsprechenden Berufsfeldes angeleitet und bei der Realisierung eines Projektes unterstützt. Die Ergebnisse werden im Anschluss der Schulöffentlichkeit präsentiert. Alle vier Wochen wechseln die Jugendlichen das Berufsfeld. In dieser Phase lernen sie vor Ort bei dem kooperierenden Berufsbildungsträger. Das Praxislernen findet sowohl an Vor- als auch an Nachmittagen statt, womit die Rhythmisierung des Schultages dafür zur Grundvoraussetzung wird. Denn nur unter Einbeziehung der zeitlichen und personellen Ressourcen des Ganztags kann das Curriculum auf diese Weise geplant und durchgeführt werden.
In der neunten und zehnten Klasse verbringen die Schülerinnen und Schüler einen kompletten Tag pro Woche in einem Unternehmen der Region für ein Praktikum. In einem Praxislernheft dokumentieren sie ihre Erfahrungen und Lernergebnisse und werten diese regelmäßig vor Ort mit zwei Lehrkräften der Schule und einem Ansprechpartner des Betriebes aus. Zusätzlich hat die Schule in dieser Zeit ein Bewerbungstraining im Curriculum verankert.
Obwohl die Oberschule kein Abitur vergibt, werden in Kooperation mit der FH Brandenburg bei einer gemeinsamen Projektwoche Wege aufgezeigt, wie z. B. nach der Ausbildung ein Studium aufgenommen werden kann.


In der Praxis nachgefragt

An der Freiherr-von-Rochow-Oberschule sind Berufsorientierung und Praxislernen Teil eines Bildungs- und Leistungsverständnisses, das auf Kompetenzorientierung und sozialem Lernen aufbaut. Nach dem Grundverständnis des „Stärken stärken“ bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit sich in unterschiedlichen Berufsfeldern und Teams auszuprobieren, um ihre individuellen Kompetenzen und Interessen auszuloten. Das gibt ihnen Selbstbewusstsein und erhöht die Chancen, einen für sie geeigneten Ausbildungsplatz zu finden.
Die jahrelange Zusammenarbeit mit den Betrieben hat sich längst bewährt. Die Ausbildungsbetriebe wählen gerne die Absolventinnen oder Absolventen zur Besetzung freier Lehrstellen aus, die sie bereits kennen und ob deren Kompetenzen sie wissen. An der Oberschule selbst gibt es kaum mehr Schulabbrüche und die Übergangsquoten nach dem Abschluss sind sehr positiv.

 

Adresse
Nordstraße 18, 16928 Pritzwalk
mail@von-rochow-schule.de

Material

Berufsorientierung