Auf zur psychisch gesunden Ganztagsschule!

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Neun Schulen reisten am 21. März 2011 aus Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen an, um mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unter dem Motto „Gut geht’s! Psychische Gesundheit an Ganztagsschulen“ für ein gutes Klima an ihren Schulen zu kämpfen. Fachlich und wissenschaftlich werden sie unterstützt von den beiden universitären Verbundpartnern im Projekt „Mit psychischer Gesundheit Ganztagsschule entwickeln“

Gut informiert, optimistisch und neugierig. Das waren die Schlagworte, als es am Ende des Tages um die Frage ging, in welcher Stimmung die Lehrkräfte und Sozialpädagoginnen an ihre Schulen zurückkehren. Neun Schulen aus Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen nehmen an dem Projekt  teil. Sie hatten jeweils zwei- bis dreiköpfige Teams ihrer Schulen nach Hannover geschickt, um sich bei dem ersten Treffen selbst vorzustellen, die anderen teilnehmenden Schulen kennenzulernen und klar zu machen, welche Hilfe sie sich erhoffen, um an ihren Schulen die psychische Gesundheit zu verbessern.

Die teilnehmenden Schulen              Mecklenburg-Vorpommern      Hansa-Gymnasium, Stralsund Mecklenburgisches Förderzentrum für Körperbehinderte, Schwerin Schulcampus Rostock-Evershagen    Bremen                                 Gymnasium links der Weser Oberschule an der Julius-Brecht-Allee                        Wilhelm-Olbers-Oberschule Niedersachsen           Gesamtschule Schinkel, Osnabrück                            Haupt- und Realschule, Ankum Heiligenwegschule, Osnabrück

„Wir möchten Ihnen helfen, Ihr Wissen zu systematisieren und Sie beim Austausch unterstützen“, erklärte Valeska Pannier von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung bei der Begrüßung das Ziel von „Gut geht’s!“. Es ist ein Teil des vom Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg initiierten Projektes „Mit psychischer Gesundheit Ganztagsschule entwickeln“, an dem als dritter Verbundpartner die  Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen mitarbeitet. Gemeinsam wollen die drei Partner Schulen dabei unterstützen, ihr Lernklima zu verbessern. Dazu können Strategien gegen Mobbing genauso wie die Förderung des sozialen Miteinanders unter den Schülern oder die Gestaltung des gemeinsamen Mittagessens gehören. Das Projekt setzt dabei nicht bei einzelnen Personen an, wie es viele Präventionsprogramme tun. Es geht vielmehr um einen genauen Blick auf die Rahmenbedingungen der Schulen, die viel zum Wohlbefinden und der Gesundheit jedes einzelnen beitragen.

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Das Projekt setzt sich vor allem für seelische Gesundheit von  Kindern und Jugendlichen ein, aber nicht nur: „Genauso wenig wie ein deprimierter Pastor die frohe Botschaft verkünden kann, kann ein deprimierter Lehrer guten Unterricht machen“, sagte der Gesundheitspsychologe Peter Paulus und Leiter des Verbundprojekts „Mit psychischer Gesundheit Ganztagsschule entwickeln“ von der Leuphana Universität in seinem Einführung-Vortrag. Er machte deutlich, dass die Faktoren für die psychische Gesundheit an Ganztagsschulen sehr vielfältig sind. Dazu gehören etwa der Raum als dritter Pädagoge, das soziale Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen und dass Schülern eine Stimme gegeben wird – gemäß der These: „Weg von der Frage: Wie muss das Kinder oder der Jugendliche  sein, um Schule gerecht zu werden? Hin zu der Frage: Wie muss Schule sein, damit sie dem Kind oder Jugendlichen gerecht wird“. Diese zentrale Forderung zieht sich als roter Faden durch das gesamte Programm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Nach einer Diskussion in Kleingruppen über die ganz praktischen Probleme oder Ansätze in den Schulen, lernten sich jeweils die drei Schulen gegenseitig kennen, die bis Mitte nächsten Jahres in einem Ländernetzwerk zusammenarbeiten. Die Kooperation wird darin bestehen, dass sich die Schulen gegenseitig besuchen, sich darüber austauschen, welche Ansätze es für die Verbesserung des Lernklimas an ihrer Schule bereits gibt und sie wollen gemeinsam neue Ideen und Strategien entwickeln.  Die Moderation in den einzelnen Ländernetzwerken werden die in den Bundesländern ansässigen Serviceagenturen „Ganztägig lernen“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung übernehmen, die Wissenschaftler der beiden kooperierenden Hochschulen werden die Ergebnisse in einer Praxishilfe zusammenstellen und ein Selbstevaluationsverfahren für psychische Gesundheit an Ganztagsschulen entwickeln.

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