„Das verändert den eigenen Blick“

„Das verändert den eigenen Blick“
© Piero Chiussi / DKJS

Abschluss des Netzwerks Ganztagsschule 2013-2014

Veränderungsprozesse dauern – und brauchen gute Ideen. Doch woher kommen Anregungen und Einfälle? Zum Beispiel aus Netzwerken. Sie bringen unterschiedliche Einrichtungen zusammen und befeuern die Inspiration. Ein gelungenes Beispiel dafür sind die bundesweiten Schulischen Netzwerke im Programm Ideen für mehr! Ganztägig lernen.

„Wir haben in der Netzwerkarbeit viele andere Schulen kennengelernt und zahlreiche Schmuckstücke gesammelt“, sagt Susanne Rinno, Leiterin der Gustav-Woehrnitz-Mittelschule in Lohr am Main. Sie ist eine von rund 180 Teilnehmenden aus 54 Schulen, die jetzt in Berlin zum Abschluss des bundesweiten Netzwerks zusammenkamen. Fast zwei Jahre lang hatten sich jeweils acht bis zehn Ganztagsschulen aus verschiedenen Bundesländern in sechs länderübergreifenden Gruppen zusammengeschlossen. Die Schulen konnten auf diese Weise nicht nur an ihren eigenen Vorhaben arbeiten, sondern sich bei regelmäßigen Treffen und Hospitationen untereinander austauschen. „Diese Kombination macht es möglich, den eigenen Entwicklungsstand deutlich besser zu reflektieren. Das Besondere ist, dass die überregionalen Netzwerke Abstand vom Alltag ermöglichen und den Schulen erlauben, sich ohne Konkurrenzdruck zu öffnen“, sagt Maren Wichmann, Leiterin des Programms Ideen für mehr! Ganztägig lernen.
 

Den Vortrag von Prof. Dr. Thomas Olk "Multiprofessionelle Zusammenarbeit und lernende Organisationen" können steht zum Download zur Verfügung.

Die Vorhaben und auch die erreichten Ziele sind dabei ganz unterschiedlich. Während die eine Schule mittlerweile ein neues Raumnutzungskonzept eingeführt hat, schrieb sich eine andere das personalisierte Lernen auf die Fahnen. Wieder andere fokussierten sich auf die Kooperation mit benachbarten Schulen, ein neues Mittagszeitkonzept oder auf ein soziales Training mit dem Jugendamt. „Wir haben zum Beispiel spezielle Studier- sowie Themenzeiten eingehführt“, sagt Susanne Rinno.

Neben der Arbeit an den eigenen Vorhaben waren für die Teilnehmenden vor allem auch die Hospitationen an einer Partnerschule innerhalb des Netzwerkes hilfreich. „Wir waren an einer Stadtteilschule in Hamburg – also eine ganz andere Klientel als bei uns am Gymnasium. Die Entschleunigung und Gelassenheit – die wir dort festgestellt haben, und die bis in den Unterricht getragen wird – war beeindruckend und lehrreich. Das ist etwas, dass unserer Schulform abgeht“, sagt etwa Nicole Guthier, Lehrerin am Goethe-Gymnasium im hessischen Bensheim. Auch die anderen Teilnehmer wussten das Modell, bei dem unterschiedliche Schultypen Tandems bildeten, zu schätzen.

„Netzwerke bieten Chancen, die sich uns sonst nicht eröffnen.“

Doch nicht nur die Lehrkräfte haben in den vergangen Jahren viel aus der gemeinsamen Netzwerkarbeit mitgenommen. Auch andere Berufskulturen, die an Ganztagsschulen vertreten sind, bewerten die Zeit positiv. „Für mich war es sehr spannend, verstärkt die Perspektive von Lehrern und sonstigem pädagogischen Personal kennenzulernen. Das verändert dann auch noch mal den eigenen Blick“, so etwa Simon Eichmann, Sozialarbeiter der an einer Bremer Grundschule.

Doch wie geht es für die Schulen jetzt weiter? „Wir werden mit unseren Partnerschulen weiterhin im Kontakt bleiben. Zudem wollen wir ein regionales Netzwerk aufbauen. Dafür sind wir bereits mit verschiedenen Partnern in Gesprächen, unter anderem mit der Serviceagentur und der Schulaufsicht“, sagt Nicole Guthier und umreißt damit ein Vorhaben, dass auch andere Schulen verfolgen. Denn eines ist nicht nur ihr klar: „Netzwerke bieten Chancen, die sich uns sonst nicht eröffnen. Zudem fördern sie einen deutlich offener Umgang mit der Schulentwicklung.“

6.10.2104

© www.ganztaegig-lernen.de

Film: Abschlussveranstaltung Netzwerk Ganztagsschule

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