GS Albert-Schweitzer-Schule

 

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Hannover (Niedersachsen)

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Die Schule

Die Albert-Schweitzer-Schule ist eine Grundschule mit Ganztagsangebot. Zurzeit lernen hier 300 Schülerinnen und Schüler aus 13 Nationen mit 25 Lehrkräften. Die Schule liegt in einem „sozialen Brennpunkt“ Hannovers. 70 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund, viele kommen aus sozial benachteiligten Familien. Seit 2004 ist die Schule offene Ganztagsschule, anfangs ohne Lehrerstunden und Ressourcen an drei Tagen in der Woche. Das entsprach weder den pädagogischen Vorstellungen noch den Bedürfnissen der Kinder und Eltern. Heute bietet die Albert-Schweitzer-Schule ein verlässliches Ganztagsangebot mit Ferienbetreuung, das täglich zwischen 7.00-17.00 Uhr stattfindet. Das Fernziel der Beteiligten ist die gebundene Ganztagsschule, „denn dann können wir die Tage noch besser und kindgerechter strukturieren“, berichtet Beatrix Albrecht, Schulleiterin.

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Das Qualitätsbeispiel

Die Idee war, ein qualitativ gutes Ganztagsangebot an fünf Tagen und während der Ferien zu entwickeln und umzusetzen. Öffnung der Schule, gleichberechtigte Zusammenarbeit verschiedener Professionen, die Verknüpfung von Vor- und Nachmittagsbereich und Qualitätsstandards für die Schulkinderbetreuung standen im Zielkatalog an oberster Stelle. Doch bis zur Verwirklichung der Vision galt es, einen langen und schwierigen Prozess zu durchlaufen, an dem unterschiedliche Behörden, Einrichtungen, Gremien, Personen, Politiker und Kollegen beteiligt waren. „Vieles war in diesem Prozess nicht vorwegnehmbar, da es ein solches Modell in Niedersachsen noch nicht gab“, erläutert Beatrix Albrecht. Nämlich, dass der schuleigene Hort am Ganztagsangebot teilnimmt und außerschulische Horte in die Schule „einziehen“. Da die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren, mussten die außerschulischen Horte zunächst eigenständig bleiben. Schule und Jugendhilfe stellten einen Modellantrag, der schließlich genehmigt wurde. Der Marsch durch die Institutionen hat sich für Kinder, Eltern und das pädagogische Personal gelohnt. „Für Eltern ist das Modell eine echte Alternative zum Hort. Es wird den Kindern viel geboten. Das könnten wir als Eltern selbst nicht leisten“, meint Birgit Häusler vom Elternverein. Ein großes Fragezeichen bleibt für Beatrix Albrecht: „Warum gibt es außerhalb des Modells noch keine rechtlichen Grundlagen für die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule in Grundschulen?“ Das fragen wir uns auch.

Tipps für Einsteiger

  • Während des Veränderungsprozesses die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen
  • Schule muss Kompromisse eingehen und sich verändern.
  • Politik und Verwaltung von Anfang in den Prozess einbeziehen
  • Berechtige Forderungen im pädagogischen Bereich werden ernst genommen, wenn man in Vorleistung tritt und Tatsachen schafft.

Das ist uns gut gelungen

  • Trotz schlechter Ausgangslage sind wir unserer Vision von Ganztagsschule ein großes Stück nähergekommen.
  • Verschiedene Professionen verfolgen unter einem Dach ein gemeinsames Ziel.

Das waren unsere Stolpersteine

  • Rechtliche Vorgaben sehen unsere Form der Zusammenarbeit nicht vor.
  • Jugendhilfe hatte die Befürchtung, von der Schule „geschluckt“ zu werden.

Datum: 11.05.2009
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