Realschule Klarenthal

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Von außen kann man der Schule nicht ansehen, was in ihr steckt. Der nur halb neu gestrichene Bau sieht genau so wenig einladend aus wie der graue gepflasterte Schulhof. Dabei hat die Erweitertere Realschule Klarenthal viel zu bieten: Betriebserkundungen, Tagespraktika, dreiwöchige Betriebspraktika (für leistungsstarke Schüler sogar in Frankreich) bereiten auf den Beruf vor. Die Leseförderung macht Lust aufs Lesen und richtet sich gezielt an Kinder, die zu Hause kaum in Kontakt mit Bücher kommen. Beim Vorlesewettbewerb dürfen Kinder auch in ihrer Muttersprache vortragen. Schüler sind im Bibliotheksteam, bei der Leseförderung und im Umweltteam beteiligt. Zum Beispiel entscheiden sie mit, welche Bücher angeschafft werden. Nawal aus der fünften Klasse lobt die "gute Teamarbeit" und die "wunderschönen Projekte" der Schule. Coolness-Training, die vielen AGs, nette Lehrer, die sich um die Schüler kümmern, Förderunterricht, zahlreiche Ausflüge und die neue Schulbibliothek kommen bei seinen Mitschülern gut an. Weniger gut an kommen die räumlichen Gegebenheiten: dreckige Toiletten, ödes Schulgelände, marode Tischtennisplatten, stinkende Räume, die laute Umgebung der Hauptstraße, dreckige Wände, keine Schaukel und zu viel Müll machen Schülern, Hausmeister und Lehrern das Leben schwer.

 

Homepage der Schule - www.ers-klarenthal.de

 

Das Beteiligungsbeispiel

Nach einigen Zusammenstößen auf dem Schulhof hatten die Schüler die Nase voll: Nicht einmal aus dem Weg gehen konnte man sich auf dem kleinen grauen Platz aus Verbundsteinen. Die Schüler sehnten sich nach Grün, nach Nischen, nach  Betätigungsmöglichkeiten in der Pause. Gemeinsam mit den Umwelt-Lehrern machten sie sich an die ökologische Umgestaltung des Schulgeländes: Unter Einbeziehung einer angrenzenden Brachfläche wollen sie Lehrgarten, Blumenwiesen, Garten für alle Sinne, Riechecken, Kleintiergehege, Hügelbeete, Lehmhäuschen und ein Freiluftklassenzimmer bauen. Damit hatten sie sich viel vorgenommen. Doch schwieriger noch als der Umbau, für den man Arbeitselefanten gut hätte gebrauchen können, erwies sich die Pacht des Geländes. Wie Don Quichotte kämpften sie gegen die Mühlen der Bürokratie. Viel leichter war es, Eltern für die Mitarbeit zu gewinnen. Die Schüler sind ohnehin so begeistert von ihrem Projekt, dass sie auch nach Schulschluss an Modellen bauen: "Es macht Spaß, wenn der Schulhof schöner wird", erklärt Isabella aus der fünften Klasse. "Das Wir-Gefühl ist noch größer geworden", stellt die Lehrerin Marianne Schäfer fest. Aus dem Motto der Schule "Miteinander Schule bauen" wurde erfahrbare Wirklichkeit.

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Tipps für Nachahmer

Die Projektaktiven an der Erweiterten Realschule Klarenthal raten: Lange vorplanen, Mitstreiter und Sponsoren suchen. Nicht aufgeben, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Menschen sind hilfsbereiter, Behörden schläfriger als man denkt, haben sie erfahren. Eine feste Kern-Arbeitgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrern hat ihr Projekt vorangebracht, dabei müssen die Entscheidungen allerdings für alle transparent und nachvollziehbar sein. Und nicht zuletzt sollte man auch kleine Zwischenschritte feiern, damit die Beteiligten nicht die Lust an der Sache verlieren. Alle die ähnliches versuchen wollen, laden sie zu sich ein. Sie nehmen sich Zeit für Gäste und stellen ihre Planungen, Dokumentationen und Umwelt-Mappen gern zur Verfügung.

 

Datum: 21.05.2008
Text: Christine Plaß
© www.ganztaegig-lernen.de