Janusz Korcak Gesamtschule Gütersloh

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"Für Fragen steht Ihnen gerne unsere Schülersprecherin zur Verfügung", steht im Begleitschreiben, das die Schule ihrer Dokumentation für den Wettbewerb beigelegt hat. Daran zeigt sich schon, dass Mitbeteiligung von Schülern an der Janusz Korcak Gesamtschule für die Erwachsenen selbstverständlich ist. Die Projekte, in denen Schüler Verantwortung übernehmen, kommen aber auch bei den Mitschülern gut an: "Ich finde das Projekt 'Schüler helfen Schülern' sehr gut, denn dadurch haben sich meine Noten in einigen Fächern echt verbessert", erklärt Louis. Andere Schüler loben die gute Atmosphäre, den respektvollen Umgang von Lehrern und Schülern und die Ausstattung des vielfältigen Ganztagsbereiches. Manches könnte allerdings noch besser werden: Über ungesundes Essen klagt eine Mutter, die Schülersprecherin wünscht sich eine intensivere Einbindung der Alumnis. 

 

Homepage der Schule - www.jkg-gt.de

 

Das Beteiligungsbeispiel

Wenn 1230 Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse täglich aufeinander treffen, braucht es Regeln, an die sich alle halten. Verständlich müssen sie sein, knackig und im Bewusstsein von allen Schülern, meinten Schülervertreter und sorgten gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Mitschülern für neue starke Schulordnung. Die ist jetzt so kurz, dass es keine Strafe mehr ist, sie abschreiben zu müssen. Überhaupt haben sich die Initiatoren viel kreativere Maßnahmen überlegt, die Schulordnung in den Köpfen zu verankern. Für die Fünftklässler haben sie ein Quiz erarbeitet, für die älteren einen Fotowettbewerb ins Leben gerufen. In den Pausen zeigen sie einen Film, der die Schulordnung unterhaltsam vermittelt. Mit Hilfe des Hausspiels werden die Regeln in den Klassen gefestigt. Ein Kunstwettbewerb fand leider kurzfristig keine Teilnehmer und wurde deshalb verschoben. "Wir hatten so viele Ideen, die reichen für die nächsten drei Jahre", erklärt Eva. Schülersprecherin Ann-Christin freut sich darüber, dass alle an einem Strang gezogen, ihr Bestes gegeben und sich mit vollem Herzen engagiert haben. Die Wirkung blieb nicht aus. Auch die jüngeren Schüler können nun mit der leicht verständlichen und übersichtlichen Schulordnung etwas anfangen. Von den älteren Schülern erklärt Christian: "Klar halte ich mich an die Schulordnung! Ich habe sie ja selbst mitgestaltet".

Ein Projekt mit demselben Ziel, nämlich für ein harmonisches Miteinander zu sorgen, haben die Schülevertreter gleich mit in die Dokumentation gelegt: Es heißt Zivilcourage und zeichnet Schüler aus, die sich mutig für andere einsetzen. Diese Tradition gab es zwar bereits an der Schule, doch bislang blieb es den Klassenlehrern vorbehalten, couragierte Schüler vorzuschlagen. Eine große Arbeitsgruppe aus Schülern aller Jahrgangsstufen rief eine richtige Jury ins Leben. Sie besteht aus einem Mitglied des Jugendparlaments, einem Schülervertreter, einem Lehrer und einer Person aus dem öffentlichen Leben der Stadt Gütersloh. Der Sozialpädagoge moderiert die Vorschläge. Mit selbst entwickelten Radiospots und einer Auszeichnungsfeier wollen sie ihre couragierten Schüler über die Schule hinaus bekannt machen. Schule soll nicht nur mit Negativschlagzeilen in den Medien auftauchen. Noch wichtiger ist es allerdings, die eigenen Schüler zum Hinsehen und Eingreifen zu motivieren."Jede Schule sollte so ein Projekt starten. Wir hatten schon nach kurzer Zeit Erfolg", ermutigt Schülervertreterin Karen.

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Tipps für Nachahmer

"Es ist sinnvoll mit vielen Menschen und Schülern zur arbeiten, da dann das Projekt von den Schülern für die Schüler gemacht werden", lautet ein Rat. Potenziellen Nachahmern stehen die Schülervertreter Rede und Antwort, geben Ideen und Vorschläge weiter. Außerdem stellen sie ihre Protokolle und fertige Auszeichnungsschreiben aus dem Projekt "Zivilcourage" zur Verfügung. Wer vor möglichen Stolpersteinen bewahrt werden möchte, darf sich melden!

 

Datum: 21.05.2008
Text: Christine Plaß
© www.ganztaegig-lernen.de