GS "Am Albertschacht" Freital-Wurgwitz

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Sie ist herrlich im Grünen gelegen. Der Elternvertreter nennt sie eine "Bildungsoase in der Bildungswüste". Wenn man die Kinder fragt, was sie an ihrer Schule mögen, antworten sie: "Alle Kinder müssen Hausschuhe anziehen" oder "Unsere Schule ist sehr kreativ" und: "Die Lehrer sind schön streng und bereiten uns auf die weiter führende Schule vor". Die  Schulleiterin sagt: "Die Kinder gestalten das Schulhaus richtig toll". Aber auch der "schönste Schulgarten", das Klettergerüst, die AGs, die vielen Computer, das Sportförderangebot, Projektarbeit und Familienwanderungen werden gelobt. „Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“ Diesen Satz von Friedensreich Hundertwasser haben sie auf ihre Homepage geschrieben, dorthin, wo man "Ganztagsangebote" findet. Hort und Grundschule haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die im Ganztag für Leistungsorientierung und Chancengleichheit sorgt. Dabei wird großer Wert auf  Eigeninitiative, Selbstorganisation und Mitbestimmung der Kinder gelegt. Von ihrer Schulleiterin ist das Kollegium der Grundschule "Am Albertschacht" sehr begeistert, bei der Lehrerbefragung durch die TH Dresden bekam sie nichts als glatte Einsen. Entwicklungsbedarf sehen Schüler und Lehrer aber auch in dieser Schule: Schulessen sollte billiger sein, Toiletten sauberer und die Turnhalle könnte eine Sanierung vertragen. Caroline (9) wünscht sich, dass die Schule später anfangen sollte, denn "früh aufstehen macht keinen Spaß".
 

Homepage der Schule - www.gs-wurgwitz.de.vu

 

Das Beteiligungsbeispiel

Der Sachunterrichtslehrerin fiel auf: Den Tieren wird der Teich zu klein. Zu viel Wasser versickerte, Wasserpflanzen und Tiere fanden keinen Lebensraum mehr. Die Schüler der vierten Klasse schritten zur Tat: Sie bildeten Projektgruppen und suchten sich Partner für ihre Aufgaben: Pflanzen an und im Wasser, Bauten am Wasser, Materialien für Teichbau, Gestaltung der Uferzone, Tiere im und am Wasser. Eine Steuergruppe sorgt dafür, dass die Projektgruppen gut zusammenarbeiteten, ein Terminplan für Übersicht. Genau zu planen ist wichtig, sich abzustimmen, fast noch wichtiger, "sonst gibt's doppelt Arbeit", weiß der Hausmeister. Klar war das nicht nur einfach, es gab Befürchtungen, dass Kinder ins Wasser fallen, die Brücke einstürzt, die Folie reißt, das Geld nicht reicht. Und dann musste auch noch der Bachlauf neu gebaut werden, weil sich der ursprüngliche als zu flach erwies. Zum Glück gab es eine Mutti, die an die Verpflegung der fleißigen Helfer dachte. "Die Schüler arbeiten bei richtigem Anreiz sehr selbständig", lobte der Architekt. "Das macht echt Spaß, ich habe sogar den Bagger besorgt", freut sich Kevin. Aber nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, die Schüler hätten nur Arbeitsaufträge angenommen. Bei der Planung hat die Klasse 4a mitentschieden. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Die ersten Kröten sind schon eingezogen. Und aus Wurgwitz kommen die Leute und holen sich Tipps zum Teichbau ab.

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Tipps für Nachahmer

 

Finanzen prüfen, kompetente Partner suchen (Naturschutzbund, Architekten, Eltern Lehrer), ein Forschungsprojekt zum Thema Teich starten, Material zum günstigen Preis beschaffen, Projekt und Zeit genau planen, raten die mittlerweile erfahrenen Teichbauer. "Mut haben, Ideen sammeln, ausprobieren - es lohnt sich!", geben sie anderen Schulen mit auf den Weg. Ihre Tipps stellen sie gern zur Verfügung, Besucher sind am Tag des Offenen Schulgartens, am 13. Juni 2008, herzlich willkommen.

 

Datum: 21.05.2008
Text: Christine Plaß
© www.ganztaegig-lernen.de