Werkstatt „Kooperation mit außerschulischen Partnern“

Die Aufgabe der Werkstatt bestand zum einen darin, bereits bestehende Kooperationsbündnisse zwischen ganztägigen Schulen und außerschulischen Partnern aus dem lokalen Umfeld, kulturellen und sozialen Einrichtungen, Sportvereinen, Wirtschaftsbetrieben, Einrichtungen der öffentlichen Hand, aber auch interessierten und engagierten Einzelpersonen zu recherchieren, zu bündeln und zu systematisieren. Diese Werkstatt wurde der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft „steg“ in Hamburg übertragen.

Die Kooperationsidee musste im Programm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ fest implementiert und strukturell, d. h. beispielsweise auf dem Portal, zu verankert werden. Deutlich werden musste, dass es sich bei den Kooperationen keineswegs um eine freiwillige Zusatzleistung, um ein „Sahnehäubchen“ im Alltag der ganztägigen Schule handelt, sondern in ihnen Prinzipien und Pragmatik unverzichtbar zusammentreffen. Denn schon in dem Motto „Ideen für mehr!“ kommt zum Ausdruck, dass das Mehr an Zeit auch eine qualitativ-inhaltliche Dimension besitzt.

Ganztägige Schulen wollen ja nicht etwa den herkömmlichen Unterricht auf den ganzen Tag ausweiten, sondern ihn im Gegenteil bereichern durch vielfältige Lern- und Erfahrungsangebote, die idealtypisch sich mit den Unterrichtsinhalten abstimmen und sich wechselseitig rhythmisieren lassen. Das fordert Schulen, Lehrkräften wie auch ihren Partnern ein Umdenken und nicht unerhebliche Flexibilität ab. Die Recherche nach geeigneten Beispielen und Modellen und deren übersichtliche Aufbereitung gestalteten sich nicht ganz einfach. Zum Thema „Schule und außerschulische Kooperationspartner“ gibt es eine Fülle an Materialien. Viele Daten erweisen sich nach sorgfältiger Prüfung als unbrauchbar. Die steg bereitete die Materialien auf, die ihr für die Praxis relevant erschienen. Mit Empfehlungen und kurzen Inhaltsangaben wurden sie auf das Portal www.ganztaegig-lernen.de gestellt und direkt an die Serviceagenturen gegeben.

Im Rahmen der Werkstattarbeit erstellte die steg Handreichungen und Handlungsempfehlungen, die inhaltliche und strukturelle Bedingungen für das Gelingen von Kooperationen darstellen.
Sie bot Fachveranstaltungen an, um den Erfahrungsaustausch und die (kollegiale) Beratung in den Mittelpunkt zu stellen und mit theoretischen Erkenntnissen zu untermauern.

In zahlreichen Multiplikatorentrainings vermittelte die steg den Teilnehmern grundlegendes Handwerkszeug zur Anbahnung und Ausgestaltung von Kooperationen.

Die Serviceagenturen als Dreh- und Angelpunkte des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ zur unmittelbaren Schul‑ und Alltagspraxis trugen Fragen und Probleme von Schulen und Kommunen an die steg heran und konnten sich hier entsprechend handlungsorientierte Beratungen abholen.

Die steg agiert auch selbst als Partner in Netzwerken. Im Hamburger Arbeitskreis „Nachbarschaft und Schule“ wirkt sie seit 1997 mit. Im Rahmen der Stadtteilentwicklung hat die steg schon früh darauf hingearbeitet, Schule und Stadtteil stärker zu verknüpfen. Schul- und Stadtteilentwicklung können gemeinsame Interessen verbinden und beide können nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt,

  • das vorhandene Bildungsangebot in den Schulen thematisch auch auf den Stadtteil zu beziehen (der Stadtteil als Lernraum),
  • das Jugendhilfeangebot auch an den Schulen besser zu verankern (der Stadtteil als Sozialraum),
  • und die verschiedenen staatlichen und privaten Bildungsangebote im Stadtteil zu vernetzen (der Stadtteil als lernendes Netzwerk).

Seit ihrer Gründung legt die steg Hamburg großen Wert auf Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer. So initiierte und koordiniert das Unternehmen einen stadtteilbezogenen Kooperationsverbund von Schulen, Jugendhilfeträgern, Kindereinrichtungen und Institutionen (KOOP Schanzenviertel). In diesem Rahmen und darüber hinaus führte die steg mehrere Fachveranstaltungen zum Themengebiet Stadtteilentwicklung und Schule-Nachbarschaft mit bundesweiten und internationalen Teilnehmern durch.

Um ein Gespür für die Bedürfnisse der Schulen zu entwickeln, interviewte die steg einige Schulen in Hamburg, Darmstadt und Kiel zu den Themen Kooperation und Netzwerke und beteiligte sich an Veranstaltungen verschiedener Anbieter und potentieller Kooperationspartner zur Netzwerkthematik in Bildungseinrichtungen. Die Werkstatt-Mitarbeiterinnen ließen sich von einem Organisationsberater unterstützen.
 

Publikationen im Rahmen des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ unter Beteiligung der Werkstatt:

Fundraising als Herausforderung und Chance für Schulen und ihre Kooperationspartner
Hrsg: Werkstatt "Schule ist Partner!"

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Partner in der Schule
Erfahrungen aus verschiedenen Kooperationsbereichen

Krimhild Strenger und Nadia Fritsche
Werkstatt Schule und außerschulische Kooperationspartner, Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG) Hamburg mbH

SCHULE IST PARTNER
GANZTAGSSCHULE UND KOOPERATION
Krimhild Strenger

 

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